Tag Archives: Sprachgebrauch

In den Medien breitet sich das Leiden aus. Nicht nur Menschen sind betroffen, auch auf Länder, Unternehmen und Märkte hat es übergegriffen. Beispiele, Erklärungen und Alternativen. (10.7.2012) Haben oder sein, fragte Ernst Fromm, aber das ist lange her. Was die mediale Verwendung angeht, muss man heute eher fragen: Haben oder leiden? Man leidet an Krebs, man […]

Wie Apples Spracherkennungssoftware Siri den amerikanischen Satzbau in die deutsche Sprache bringt – und welche Fehler Siri entlarven. (18.6.2012) „Wird es dieses Wochenende sonnig in Madrid?“ fragt die Stimme am anderen Ende der Hand – s. Abb. Und dann diese unglaubliche Antwort im Display: „Es wird sonnig sein an diesem Wochenende in Madrid, Spanien“, lässt Apple […]

Wie die Medien die Griechen zu den „Menschen in Griechenland“ machen, während die Finnen Finnen bleiben. In den Nachrichtenspalten und -sendungen wird ein anderer Ton angeschlagen, wenn über politische Veränderungen berichtet wird. Die Menschen in Ägypten hätten viel erreicht, hieß es vor einiger Zeit in einer Nachrichtensendung; dann fuhr die Moderatorin fort, die Demokratisierung dort nachzuzeichnen. Menschen in […]

Wer die Medien verfolgt, stellt fest: Klare Aussagen werden seltener. Relativierungen wie „ein bisschen“ und „ein wenig“ klingen lässig, sind aber in Wirklichkeit nachlässig, denn sie differenzieren zum Schein. Manchmal sind sie auch nur komisch. (29.2.2012) Meistens findet man sie da, wo es ungefähr wird – also fast überall: Im Feuilleton, in Kolumnen, im Wochenendteil. […]

(23.2.2012) Heute beginnt eine neue Staffel von Germany’s Next Topmodel – die siebte. 51 Kandidatinnen, die aus 15.711 Bewerberinnen in Castings ausgewählt wurden, treten unter den strengen Augen der Jury aus Thomas Hayo, Thomas Rath und natürlich Heidi Klum gegeneinander an. Ich nutze die Gelegenheit, etwas zur Sprache der Sendung zu schreiben.   Das Wunder der […]

(8.1.2012) Freitag Abend zeigte die Tagesschau ein kurzes Horst Seehofer-Interview aus dem Wildbad Kreuth. Seehofer antwortete auf eine Frage, und er sagte Zwanzigzwölf, als er Zweitausendzwölf meinte. Sagte man vergangenes Jahr Zwanzigelf? Deutlich seltener. Google gibt, Stand gestern,  28.700 Treffer aus, gegen 69.100 für Zwanzigzwölf. Ein Beispiel für die überwältigende Kraft des Stabreims. Wer den […]

Bei Verneinungen und Vermutungen hat sich in Medien das sanfte „eher nicht“ durchgesetzt – doch sein inflationärer Gebrauch nutzt es ab. Was kann man stattdessen sagen? (10.12.2011) Wie viel Schonung braucht der Mensch in einer hochentwickelten Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft? Anscheinend eine Menge. Medial (und auch im Gespräch) fasst man sich mit Samthandschuhen an, wenn etwas […]

(24.11.2011) Vor ein paar Wochen veröffentlichte ich hier den ersten Teil der kurzen Liste unvermeidlicher Adjektive. In ihr hatte ich Adjektive zusammengestellt, die nur in Verbindung mit bestimmten Hauptworten auftauchen – und sonst gar nicht. Am Ende des Beitrages bat ich um Zusendung weiterer Vorschläge. Ich schrieb (in der ursprünglichen Fassung): „Schicken Sie mir ein […]

(30.10.2011) Die Sportberichterstattung gibt oft interessante Hinweise auf Veränderungen im Sprachgebrauch – so wie gestern das Aktuelle Sportstudio, als es bei den Bundesligaspielen darum ging, wen und was Mannschaften verteidigen. Erst einen Angreifer verteidigen . . . Hannovers Abwehr habe Marco Reus nicht verteidigen können, kommentierte Reporterin Sabine Töpperwien den 2:1-Sieg Mönchengladbachs über die 96er. Das […]