(28.5.2012) Unlängst knobelten wir während der Heftproduktion der MAN Inmotion bei der Arbeit über einen Artikel, der über das Land berichtet: Ist es Libanon oder der Libanon? Muss es also in Libanon oder im Libanon heißen?

Meine Recherchen ergaben: Der Libanon ist ein Gebirge, das dem Land seinen Namen gab; wenn man das bezeichnen will, muss es im heißen. Libanon heißt der Staat, dann ist es in Libanon. Ähnlich verhält es sich mit dem Sudan, wobei der Sudan kein Gebirge, sondern eine Großlandschaft ist. Soweit zur logischen Unterscheidung, doch grau ist alle Theorie: Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide bevorzugt mit dem Artikel der verwendet, sagt der Duden, weswegen man sowohl in als auch im sagen kann.

Ausnahmen: Fünf feminine, vier männliche Länder – und zweimal Mehrzahl

Länder schreiben sich in der Regel ohne Artikel, weiß der Duden weiter, weil ihre Namen Eigennamen sind, ihr Geschlecht ist neutral. Keine Regel ohne Ausnahme – fünf Länder haben einen weiblichen Artikel:

  1. die Elfenbeinküste,
  2. die Mongolei,
  3. die Schweiz,
  4. die Türkei und
  5. die Ukraine

Nur zwei sind neben Libanon und Sudan männlich und dürfen laut Duden mit oder ohne Artikel benutzt werden: Der Iran und der Irak. Zwei Länder schließlich sind Mehrzahl und werden daher mit Artikel geschrieben: die USA und die Philippinen.

It’s a strange world. Als Referenz gilt die Länderliste des Auswärtigen Amts, die die Schreibung ohne Artikel bevorzugt. Hier geht’s zu der verwandten Frage, ob es die oder das Mail heißt.

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