Tipps

15Apr 2018
Stilblüten: auf der Haut brennen

Der Newsletter des FDP-Bundestagsabgeordneten Thomas Sattelberger lädt mit interessanter Wortwahl und Stilblüten zur Interpretation ein. Stilblüten (1) Nicht- Der FDP-Bundestagsabgeordnete meines Wahlkreises, Thomas Sattelberger, unterhält einen Newsletter, in dem er über seine Tätigkeit im Auftrag seiner Wähler berichtet. Ich lese das durchaus interessiert, weil ich in den Tagesschau-Ausschnitten immer wieder leere Sitze im Parlament sehe und […]

08Apr 2018
unangekündigt statt nicht angekündigt

Acht weitere Beispiele für den intakten Medientrend, Substantive durch Voranstellen von Nicht- zu bilden, samt Ursachenforschung. Es „nichtet“ fröhlich weiter. Statt nach dem treffenden Wort zu suchen, verwenden Journalisten in Beiträgen weiterhin die plumpe Verneinungsform eines Substantives, den sie dann mit einem Nicht- davorgestellt ins Gegenteil verkehren. Woher kommt diese Neigung? Gefallen sich Journalisten in […]

31Mrz 2018
Konjunktiv des Monats: verlöre

Konjunktiv des Monats März wird verlören. Überraschende Fundstelle: Die Online-Ausgabe des Fußballmagazins Kicker. Bevor der Monat endet, möchte ich den beliebten Wettbewerb „Konjunktiv des Monats“ fortsetzen. Diesmal stammt er – zu meiner eigenen Überraschung – nicht aus der Literatur, wo man sich gewöhnlich etwas mehr Gedanken um gediegenen Ausdruck macht. Vor allem erinnert man sich dort […]

18Feb 2018
Spektakulär scheitern ist ein verstecktes Kompliment

Ein kritischer Geist gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines Journalisten. Daher schreibt er viel über Scheitern. Ein kurzer Überblick über Formen und Umstände. Als Schreiber steht man häufig vor der undankbaren Aufgabe, über Missgeschicke zu berichten und/oder die Verantwortlichen zu kritisieren. Basisvokabular ist hier das Scheitern. Das einfache Scheitern genügt nicht sondern wird seit Alters […]

13Jan 2018
Höchstrangig vs. hochrangigst

Wie steigert man das Adjektiv hochrangig? Hochrangiger, hochrangigst oder höherrangig, höchstrangig? Über Sinn und die Kraft der Gewohnheit. Dass Lesen bildet, ist eine Binse, wiewohl wahr. Aber besser noch: Lesen regt zum Nachdenken an. Mitten im Satz kann es geschehen, dass ich über etwas stolpere, einen Gedanken, eine Äußerung, eine Formulierung, die mir seltsam vorkommt, […]

09Dez 2017
Mensch oder Mann

Mann oder Mensch – Journalisten müssen heutzutage fein abwägen, wie sie formulieren. Die handwerklichen Anforderungen konkurrieren mit zeitgenössischer Schicklichkeit. Ich hätte heute wohl etwas über das Jamaika-Aus schreiben sollen, das zum Wort des Jahres gekürt wurde. Doch es wäre eine Pflicht- und Fingerübung geworden, daher lieber ein Beitrag, der schon etwas länger reift. Zu den […]

08Okt 2017
Kaffeemaschine-Menu-betexten

Maschinen werden von Menschen genutzt – aber nicht für Menschen betextet. Das Beispiel einer Kaffeemaschine – und wie man es leicht anders machen könnte. Wenn man wie ich beruflich Storytelling betreibt und die Welt vorzugsweise aus Kundenperspektive betrachtet, wird man sensibel für Texte, die am Kunden vorbeigehen. Unrühmliche Beispiele sind neben Beamtendeutsch häufig die Texte von […]

03Okt 2017
Nichtautorisiert-Unbefugt

Auf dem Bau hält die Rechtssprache Einzug. Unbefugte heißen nichtautorisierte Dritte – beobachtet und gedeutet. Wow, mit welcher Rasanz sich der Wortgebrauch ändert. Auch auf dem Bau bleibt nichts, wie es war. Zwar beginnt wie vor 50 Jahren pünktlich um sieben Uhr morgens das Dröhnen und Kreischen, Toben und Tosen, Wummern und Hämmern, Rattern und […]

01Aug 2017

Wie behandelt man englische Verben im Deutschen? Hängt man ein -t oder -ed an? Eine Handreichung in zwei Schritten. Bei der Eindeutschung englischer Verben geht es fröhlich durcheinander. Talkt, talked, gestylt, gestyled, gerappt, gerapped, performt, performed – all diese Formen finden sich. Ich habe Grund zu der Annahme, dass sie oft nach gusto verwendet werden […]

19Jul 2017

Zum Texten gehören Bilder, aber auch Reflexe. Bei beruflichen Veränderungen ist die Seefahrt beliebt: Man heuert an, man geht an oder von Bord – und bringt sich dabei ohne Not in, Verzeihung: Seenot. Ist die Karriere denn ein Ausflug auf einem Musikdampfer oder eine Expedition ins Unbekannte? Man möchte es meinen, wenn man die Berichterstattung […]