Stil

13Aug 2021

Kurioses von Kästner: In seinem Roman „Fabian“ schreibt der Autor Schofför statt Chauffeur. Ein schönes Beispiel dafür, dass sich manche Schreibungen nicht durchsetzen. Während manche von uns bereits in der Sommerfrische weilen oder gar aus ihr zurückgekehrt sind, darf ich noch ein paar Tage tapfer am Schreibtisch ausharren und weiterschaffen. Ich gebe zu, das Arbeitsaufkommen […]


09Mai 2021
Abbildung eines Radfahrenden vor seinem Fahrrad

Radfahrer werden zu Radfahrenden, Verkehrsteilnehmer zu Verkehrsteilnehmenden – die Polizei gendert, und der Leser spürt eine Veränderung. (9.5.2021) Was selbst regelmäßige Leser dieses Blogs vielleicht sogar im Jahr 2021 noch nicht wissen: Ich lese gern den Polizeibericht. Zum einen amüsiert er mich, weil er manchmal so herrlich unbeholfen formuliert ist und Geschichten aus dem echten […]


07Mrz 2021

Committen angemessen einzudeutschen ist gar nicht so einfach. Hier kommen ein paar Vorschläge, wenn Sie das englische Original umschreiben wollen. Sorry, Verzeihung, Entschuldigung, für die lange Pause seit dem letzten Eintrag, es ist gerade wieder sehr busy. Äh, nein, ich bin gerade wieder sehr beschäftigt. Diese beiden kleinen Anglo-Hakler im ersten Absatz führen auch schon […]


04Feb 2021
Hier sehen Sie ein Bildschirmfoto des Beispiels mit feuern

Feuern kann schießen, heizen oder werfen bedeuten. Als Metapher für eine Kündigung ist es Boulevardmedien vorbehalten. Ein aktuelles Beispiel. Heute eine Petitesse. Aber warum nicht? Ein aufrechter Zyniker könnte frotzeln, dieses Blog bestünde rundum aus Petitessen. Vielleicht ist aber auch ein guter Text die Summe von lauter Petitessen? Ich bin jedenfalls ein Fan von durchgehender […]


15Jan 2021
Illustration der Schlagzeile über den Rückgang

Wenn aus dem Rückgang der Wirtschaftsleistung ein Einbruch wird, lernen wir daraus etwas über die Notwendigkeit der Eskalation der Sprache in Medien. Ein Loblied auf die Verhältnismäßigkeit. N-tv berichtete diese Woche von den jüngsten deutschen Wirtschaftsdaten und titelte: Deutsche Wirtschaft bricht um fünf Prozent ein. Ich weiß noch, wie ich angesichts dieser gewaltigen Übertreibung die […]


18Dez 2020

„Fein mit etwas sein“ ist nun auch in den Medien angekommen. Sind Sie damit einverstanden? Wenn Sie in einem Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern arbeiten oder damit zu tun haben, kennen Sie aus Telefonkonferenzen oder E-Mails wahrscheinlich schon länger die Aussage Damit bin ich fein. Womit gesagt werden soll, dass der Sprecher einverstanden ist. […]


11Okt 2020
Die Startseite von Vodafone bringt ein Beispiel zum Duzen

Duzen oder Siezen? Derzeit findet in der Kommunikation ein Umbruch statt. Die Entscheidung über die Anrede kann die Zielgruppe verärgern oder gewinnen. Die Tage erhielt ich Post vom Otto-Versand, bei dem ich gelegentlich bestelle. Lieber Kai, begann das Schreiben, wir haben uns sehr gefreut, dass wir Dich in diesem Jahr bei Otto begrüßen konnten . […]


19Sep 2020
Der Störpunkt beinhaltet mehrmals das Wort derzeit.

Wie ein unbedeutend wirkendes Wort wie derzeit eine Aussage, einen Text, ja eine Person in ihrer Wirkung verändert. Heute mal wieder ein kleines Thema. Eine Nische in meiner Nische sozusagen. Darüber, wie ein kleiner Kunstgriff große Wirkung haben kann. Wie ein einziges Wort eine Aussage erhöht. Die Realität verklärt. Eine ganz andere Wahrnehmung einer Tatsache […]


29Feb 2020
Lesende ist Deutsch für Analphabeten

Das Partizip Präsens setzt sich als Mittel des Genderns durch. Lesende, Forschende, Kandidierende etablieren sich auf breiter Front. Dem Texter mit Verständnis für Unterscheidung, dem Wunsch nach Genauigkeit und Sinn für Schönheit bleiben nur wenige Auswege. Tipps für Jahre der Not. Überall, auch in München, wo demnächst der Oberbürgermeister gewählt wird, werden Fakten geschaffen. In […]


19Okt 2019
erwerbbar ist ein grässliches Wort

Der Trend, Adjektive auf -lich in solche auf -bar zu ersetzen, ist unaufhaltsam. Zum aktuellen Beispiel „erwerbbar“ habe ich eine Erklärung von höchster Autorität (und dann auch noch gedruckt). Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Prise sprachlichen Mikromanagements. Aus meiner Zeit als Musikjournalist (sowas gab’s mal, und sogar für Geld, das zum Lebensunterhalt reichte) […]