Tag Archives: Sprachgebrauch

Auf dem Bau hält die Rechtssprache Einzug. Unbefugte heißen nichtautorisierte Dritte – beobachtet und gedeutet. Wow, mit welcher Rasanz sich der Wortgebrauch ändert. Auch auf dem Bau bleibt nichts, wie es war. Zwar beginnt wie vor 50 Jahren pünktlich um sieben Uhr morgens das Dröhnen und Kreischen, Toben und Tosen, Wummern und Hämmern, Rattern und […]

Im medialen Sprachgebrauch erobert der Geflüchtete zunehmend seinen Platz neben dem Flüchtling. Fundstellen, Gründe und Alternativen. (9.12.2016) Zum Jahresende hin habe ich mal wieder den Seismographien angeworfen, um einen Trend zu überprüfen. Ergebnis: Der Geflüchtete setzt sich medial langsam neben dem Flüchtling durch – womit ein neues Wort den deutschen Sprachraum erobert hätte. Hier drei aktuelle Anzeichen: […]

Warum sich starke Verben gegenüber schwachen empfehlen – und es trotzdem oft andersherum gemacht wird. Donnerstag Abend ein Freudenmoment im Haus. Sprecherin Judith Rakers liest in der Tagesschau im Zusammenhang mit dem umstrittenen Pflanzenschutzmittel Glyphosat den Halbsatz vor, die Chemikalie stehe im Verdacht, Krebs zu erregen. Falls Ihnen daran nichts auffällt: Sie hätte auch lesen können, krebserregend […]

Intakter Trend: Bei Verneinungen Nicht- voranzustellen statt ein treffendes Wort zu suchen. (29.12.2015) Nach längerer Zeit habe ich eine Ausgabe der SZ gelesen, die vom 28.12.2015. An zwei Stellen fiel mir auf, wie, statt das treffende Wort zu suchen, verneint wird, indem vor einen positiven Begriff ein Nicht- gestellt wird. Dies ist einer der hartnäckigsten […]

Ich bin alleinerziehend, ich bin arbeitssuchend –  wie man dem Trend zu  schwächelnden Adverbien und Partizipien mit starken Verben begegnet und zu einem prägnanteren Stil kommt. (13.6.2015) Heute mal wieder was Stilistisches. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass ich starke Verben verfechte. Also ein Verfechter derselben bin, wie man üblicherweise sagen würde, dieses aber lieber verbalisiere, […]

In der Anwendung von natürlichem und grammatischem Geschlecht zeigen sich Inkonsistenzen – wie das Beispiel vom Engel zeigt.   Neulich berichtete die Süddeutsche Zeitung anlässlich der Berlinale über den „Himmel über Berlin“, den Wim-Wenders-Film mit Otto Sander und Bruno Ganz als Engeln – s. den Scan eines Ausschnitts der Titelseite vom 6. Februar. In dem Teaser war die […]

Erinnern Sie sich: Früher waren es Freundschaftsspiele, heute dagegen Testspiele. Wie kam es zu diesem Wandel im Sprachgebrauch? (19.12.2014) Der letzte Bundesligaspieltag der Hinrunde wird an diesem Wochenende ausgetragen,  dann geht ein ereignisreiches Fußballjahr zu Ende. Marco Reus’ Führerschein-Affäre war dabei noch eine schöne Schlussanekdote. Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, meinen Ruf als Sensibelchen auszubauen […]

 Wie inakzeptabel unannehmbar verdrängt hat – mutmaßlich durch den Einfluss des Englischen. (7.6.2014) Ich habe Kästners „Fliegendes Klassenzimmer“ viele Male gelesen. Wenn die Realschüler in Gestalt von Egerland etwas von den Gymnasiasten um Martin Thaler und Johnny Trotz forderten, waren die Bedingungen unannehmbar. Heute hört man dieses Wort nur noch selten. Stattdessen ist von inakzeptabel die Rede, […]

Das Wort des Jahres 2013, Groko, hat gute Chancen, tatsächlich ein geflügeltes Wort zu werden. „GroKo“, das Kurzwort  für die frisch amtierende „Große Koalition“,  ist das Wort des Jahres 2013. Die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)  begründete ihre Wahl damit, dass das Thema den Wahlkampf und die Regierungsbildung beherrscht habe. „GroKo“ sei eine […]

Der Slogan der aktuellen Heilsarmee-Kampagne versinnbildlicht einen Wechsel der Erzählperspektive – von der Absenderorientierung zum schulterschließenden Wir-Gefühl. (21.11.2013) Derzeit wirbt die Heilsarmee auf Plakaten um Spenden. Das ist ein ehrenvolles, unterstützenswertes Anliegen, und ich bitte, den folgenden Beitrag nicht als Kritik am Zweck der Kampagne zu verstehen. Ich möchte nämlich darüber sprechen, wie das Verb […]