Tag Archives: Sprachgebrauch

Die Vorgänge in Chemnitz lösten eine Sprachdebatte aus, die Bewertung der Ausschreitungen veranlasste Regierungsmitglieder zur Wiederbelebung einer DDR-Vokabel: Der Zusammenrottung. In dieser Woche geschah etwas Ungewöhnliches, für den Betreiber eines Blogs über Sprachgebrauch in Medien Schönes, auch wenn der Vorgang selbst unschön ist: Es gab eine öffentliche Debatte über Sprache in der Politik, z.B. im […]

Der Newsletter des FDP-Bundestagsabgeordneten Thomas Sattelberger lädt mit interessanter Wortwahl und Stilblüten zur Interpretation ein. Stilblüten (1) Nicht- Der FDP-Bundestagsabgeordnete meines Wahlkreises, Thomas Sattelberger, unterhält einen Newsletter, in dem er über seine Tätigkeit im Auftrag seiner Wähler berichtet. Ich lese das durchaus interessiert, weil ich in den Tagesschau-Ausschnitten immer wieder leere Sitze im Parlament sehe und […]

Wir sind nicht nur schon lange wieder wer, sondern auch immer mehr – denn im öffentlichen Sprachgebrauch ist das Wörtchen „Wir“ auf dem Vormarsch. Dies belegt auch die Slogans-Datenbank.  Wenn man in der Abgeschiedenheit des häuslichen Arbeitszimmers seine Beobachtungen macht und mit der Welt teilt, kann man nie ganz sicher sein. Bildet das, was ich wahrnehme, […]

Auf dem Bau hält die Rechtssprache Einzug. Unbefugte heißen nichtautorisierte Dritte – beobachtet und gedeutet. Wow, mit welcher Rasanz sich der Wortgebrauch ändert. Auch auf dem Bau bleibt nichts, wie es war. Zwar beginnt wie vor 50 Jahren pünktlich um sieben Uhr morgens das Dröhnen und Kreischen, Toben und Tosen, Wummern und Hämmern, Rattern und […]

Im medialen Sprachgebrauch erobert der Geflüchtete zunehmend seinen Platz neben dem Flüchtling. Fundstellen, Gründe und Alternativen. (9.12.2016) Zum Jahresende hin habe ich mal wieder den Seismographien angeworfen, um einen Trend zu überprüfen. Ergebnis: Der Geflüchtete setzt sich medial langsam neben dem Flüchtling durch – womit ein neues Wort den deutschen Sprachraum erobert hätte. Hier drei aktuelle Anzeichen: […]

Warum sich starke Verben gegenüber schwachen empfehlen – und es trotzdem oft andersherum gemacht wird. Donnerstag Abend ein Freudenmoment im Haus. Sprecherin Judith Rakers liest in der Tagesschau im Zusammenhang mit dem umstrittenen Pflanzenschutzmittel Glyphosat den Halbsatz vor, die Chemikalie stehe im Verdacht, Krebs zu erregen. Falls Ihnen daran nichts auffällt: Sie hätte auch lesen können, krebserregend […]

Intakter Trend: Bei Verneinungen Nicht- voranzustellen statt ein treffendes Wort zu suchen. (29.12.2015) Nach längerer Zeit habe ich eine Ausgabe der SZ gelesen, die vom 28.12.2015. An zwei Stellen fiel mir auf, wie, statt das treffende Wort zu suchen, verneint wird, indem vor einen positiven Begriff ein Nicht- gestellt wird. Dies ist einer der hartnäckigsten […]

Ich bin alleinerziehend, ich bin arbeitssuchend –  wie man dem Trend zu  schwächelnden Adverbien und Partizipien mit starken Verben begegnet und zu einem prägnanteren Stil kommt. (13.6.2015) Heute mal wieder was Stilistisches. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass ich starke Verben verfechte. Also ein Verfechter derselben bin, wie man üblicherweise sagen würde, dieses aber lieber verbalisiere, […]

In der Anwendung von natürlichem und grammatischem Geschlecht zeigen sich Inkonsistenzen – wie das Beispiel vom Engel zeigt.   Neulich berichtete die Süddeutsche Zeitung anlässlich der Berlinale über den „Himmel über Berlin“, den Wim-Wenders-Film mit Otto Sander und Bruno Ganz als Engeln – s. den Scan eines Ausschnitts der Titelseite vom 6. Februar. In dem Teaser war die […]

Erinnern Sie sich: Früher war es ein Freundschaftsspiel, heute dagegen ist es ein Testspiel. Wie kam es zu diesem Wandel im Sprachgebrauch, und was ist der Unterschied? (19.12.2014, Aktualisierung 24.3.2018) Der letzte Bundesligaspieltag der Hinrunde wird an diesem Wochenende ausgetragen, dann geht ein ereignisreiches Fußballjahr zu Ende. Marco Reus’ Führerschein-Affäre war dabei noch eine schöne […]