(6.7.2011) Heute berichtet die Süddeutsche Zeitung auf der Titelseite vom Tod des amerikanischen Malers Cy Twombly. Twombly, der mit 83 starb, habe seit längerem unter Krebs gelitten, heißt es in der Meldung.

Manche Verben werden je nach Bedeutung mit verschiedenen Präpositionen gebraucht. Dazu gehört das Verb leiden, das mit an und unter stehen kannWann welche Präposition die richtige ist, wird neuerdings öfter verwechselt – so auch in dem SZ-Beispiel–, ist aber eigentlich leicht zu unterscheiden.

Unter für das große Ganze, an für das Persönliche

Wenn das große Ganze (oder ganz Großes) die Malaise auslöst, also etwas außerhalb der eigenen Sphäre, leidet man unter etwas. Einem ungerechten Regime, um ein Beispiel zu nennen, unter schlechten Arbeitsbedingungen oder unter der Hitze. Wenn die eigene Person die Ursache ist,  leidet man an etwas. Liebeskummer etwa. An Nervosität. Oder an Krebs. So wäre es in der Meldung richtig gewesen. Unter Krebs ließe sich nur leiden, wenn es sich beispielsweise um einen Vorgesetzten dieses Namens handelte.

Mit einer Ausnahme

Nachtrag, 7.7.2011: Es hat sich eine Ausnahme gefunden – man leidet unter Kopfschmerzen.

Nachtrag, 6.8.2017: Weil dieser kurze Beitrag zu den meistgeklickten dieses Blogs gehört, habe ich ihn für den eiligen Leser mit Zwischentiteln ausgestattet. Tipp: Oft besucht wird auch die Bedeutung von kongenial.

One Response to Leiden an und leiden unter – der kleine Unterschied
  1. […] mit eingeschränkter Wortwahl zu tun. Was leiden an etwas vom leiden unter etwas unterscheidet, hier. Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Trends abgelegt und mit 2012, Sprachgebrauch […]


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