Die Corona-Krise hat nicht nur neue Wörter in die Medien gespült, sondern auch ein paar schöne Wortspiele hinterlassen.

Wortspiel zu Corona

Wenn schon grillen, dann großartig: Zartcore

Man soll über Krisen keine Witze machen, weil (oder wenn) Leute gerade unter (oder an?) ihr leiden. Oder vielleicht doch? Schließlich schafft Humor Abstand zu Belastendem.

Ich glaube, man kann es wagen: Ein paar Monate sind vergangen, die Reproduktionszahl sinkt, der Ball rollt, die Politik verteilt Milliarden, die Lage scheint unter Kontrolle.

Ich kann nicht der einzige gewesen, der während der Corona-Zeit so dachte. Jedenfalls habe ich im Laufe der nun drei Monate Beispiele gefunden, in denen man versuchte, dem Geschehen per Wortspiel etwas Heiteres abzugewinnen und damit vielleicht etwas Zuversicht zu zeigen. Motto: Ein bisschen Spaß muss sein. Und vielleicht auch: Wir packen das.

Corona-Wortspiel-Favoriten

Corona-Wortspiel backen statt packen

Humor hilft auch in der Krise: „Wir backen das“

Unangefochten an der Spitze steht der Slogan „Wir backen das“ der Münchener Bäckerinnung. Hahaha! Damit wurde auch das sinngemäße „Wir packen das“ von Bundeskanzlerin Merkel aus dem Jahr 2015 aus der Mottenkiste geholt und persifliert.

Restaurants waren geschlossen, man kochte mehr zuhause, die Grillzeit kommt. Wirklich gut daher, weil nicht zotig, dafür intelligent und inspiriert, ist zartcore, das Wortspiel, mit dem die Edeka für den Steakgenuss am Grill begeistern will, und damit nicht zum ersten Mal meine Aufmerksamkeit geweckt hat.

Sie verwendeten es gleich mehrfach, unter anderem in der – exzellent gemachten – Kundenzeitschrift Mit Liebe, aber auch in sozialen Medien (s. Bildschirmfoto). Hardcore, der Ursprungsbegriff, stammt übrigens aus der Physik, hat aber längst den Sprung in die Umgangssprache geschafft. Die Mundmische schlägt zur Bedeutung vor, dass damit etwas Heftiges bezeichnet wird. Passt!

Corona – Wörter, die kamen

In einer ernsthafteren Betrachtung hat uns die Corona-Pandemie auch ein paar neue Wörter gebracht, die sich medial verbreitet und verfestigt haben, allen voran wohl das Home-Office. Dann vielleicht die Triage, also die Abwägung im Feld, welchen Verwundeten man behandelt, und sehr schön auch die Herdenimmunität, weil sie uns hochnäsige, ach so besondere, jeder Sphäre der Naturwissenschaft enthobenen Menschen wieder zurück ins natürliche Umfeld der Biologie versetzt, in dem sich auch die Tiere tummeln.

Entzückt hat mich auch das kämpferische Motto „Flatten the Curve“ gleich zu Beginn, sowie das social distancing, das ja recht eigentlich ein physical distancing ist und schon bald durch den bürokratischen Mindestabstand konkretisiert wurde. Nicht zu vergessen der Hashtag „Stayathome“ als Symbol für Solidarität und Wohlverhalten. Hier sehe ich sogleich auch ein paar Kandidaten für den nächsten Anglizismus des Jahres.

Sie möchten mehr wissen? Die NZZ hat sich mit einem ausführlichen Glossar verdient gemacht. Sollte es alsbald hinter einer Bezahlschranke verschwunden sein, das der Johanniterhilfe wird es nicht.

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