Tag Archives: false friend

(17.1.2012, Nachtrag 30.1.2012) Die Autorin Sybille Berg schrieb unlängst auf Spiegel Online unter der Überschrift „Schleudertrauma des Geistes“ über das große Thema dieser Tage, Burn-out, darunter diesen Satz: Der Burnout meint etwas wie: Ich arbeite zu viel, ich bin traurig weil ich die Sinnlosigkeit meiner Tätigkeit und meines Lebens begriffen habe. Ich möchte nicht den Inhalt […]

Häufig findet sich im Feuilleton das Adjektiv ikonisch. Jedesmal frage ich mich, was es mir sagen will. Beispiele und der Versuch, verständlicher zu formulieren. (4.1.2012, Aktualisierungen 6.1.2018, 20.5.2018) Heute vor einem Jahr, am 4.1.2011, starb der englische Gitarrist und Sänger Gerry Rafferty („Baker Street“). Ich möchte seinen Todestag zum Anlass nehmen, eine Frage zu erörtern, […]

Meine Süddeutsche druckte vorgestern im Panorama eine dpa-Meldung über Spice Girl Mel C. Mel ist jetzt Mutter und hat ihre Bulimie überwunden. Zum Schluss das obligatorische Zitat als Rausschmeißer: „Meine Krankheit liegt jetzt hinter mir, denke ich.“ Dass es hier denken heißen sollte, glaube ich nicht. Nichts gegen Spice Girl Mel, aber wenn ich die […]

Eine veraltete Nebenbedeutung des Verbs adressieren erfährt eine Renaissance: Medien, Politik und Management verwenden es verstärkt als modischen Ersatz für ansprechen, richten oder behandeln. (20.8.2011) Als neulich Heiner Geißler im Zusammenhang mit Stuttgart 21 mit der Frage „Wollt ihr den totalen Krieg?“ provozierte, klagte tags drauf die Süddeutsche Zeitung: „Niemand herrschte ihn an, so lasse […]

Die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen führt immer wieder zu eigentümlichen Aussagen – und selten zum treffenden Wort. Wenn etwa Dirk Nowitzki „mentale Stärke“ zeigt, beweist er eigentlich Nervenstärke – es schreibt nur keiner. Anders der DFB: Zu Ballacks Abschied nennt er die Dinge gleich beim Namen. (15.6.2011) Dirk Nowitzki hat’s geschafft: Als erster Deutscher […]

(11.6.2011, Nachtrag, 23.7.11) Neulich schlug in einer Meldung in der Leute-Spalte hart die Realität zu. Die Sängerin Amy Winehouse war auf Entzug in einer Londoner Klinik, hieß es darin, die Ärzte hätten Tacheles mit ihr geredet. Wenn Sie nicht dem Suff aufhöre, spiele sie mit ihrem Leben. Dann wird nach der englischen Tageszeitung Sun eine […]

(9.6.2011, Nachtrag 25.11.2011) Wenn Angela Merkel in Washington mit Barack Obama zusammentrifft, bringt das Pressekonferenzen und O-Töne auf Englisch mit sich, die schnell, vor allen Dingen aber massiv, auf deutsch verbreitet werden müssen. Die Süddeutsche Zeitung machte gestern auf der Titelseite mit dem Politikertreffen auf – s. Bild.  In dem Artikel taucht dieselbe wörtliche Übersetzung des […]

Als Journalist bin ich an kritische Fragen gewöhnt. Was aber sind kritische Probleme? Mit dieser Frage wurde ich vorhin konfrontiert, als ich das neue Office-Paket auf meinem Mac installierte. Eins der Installationsfenster wies mich auf folgendes hin: Mit diesem Update werden kritische Probleme behoben und die Sicherheit erhöht. Ich stutzte. Unter einem kritischen Problem kann ich […]

(9.5.2011) To make sense: Die wörtliche deutsche Verwendung dieser englischen Redewendung als Sinn machen hat längst Einzug in die Umgangssprache gehalten. Experten wie der Germanist Peter von Matt schlagen es ist sinnvoll oder es ist vernünftig als Formulierungen vor, weil sie dem deutschen Sprachgebrauch entsprechen. Die aber behaupten sich nicht, weil sie gehobener und trockener klingen als Sinn machen. […]