(17.1.2012, Nachtrag 30.1.2012) Die Autorin Sybille Berg schrieb unlängst auf Spiegel Online unter der Überschrift „Schleudertrauma des Geistes“ über das große Thema dieser Tage, Burn-out, darunter diesen Satz:

Der Burnout meint etwas wie: Ich arbeite zu viel, ich bin traurig weil ich die Sinnlosigkeit meiner Tätigkeit und meines Lebens begriffen habe.

Ich möchte nicht den Inhalt ihrer Aussage, sondern eine sprachliche Frage erörtern. Im ersten Satz verwechselt sie meinen und bedeuten, denn eine Krankheit kann keine Meinung haben – eigentlich logisch. So gibt der Satz wieder, was sie sagen wollte:

Der Burnout bedeutet etwas wie: . . .

Hinter der Verwechslung steckt ein so genannter falscher Freund, ein Wort also, dass aus einer anderen Sprache kommt, so klingt wie ein deutsches, aber etwas anderes bedeutet. In diesem Fall ist es das englische Verb to mean, das in erster Linie bedeuten, nicht aber meinen bedeutet; dies nur sekundär. Wie schützt man sich vor solchen Fehlern? Am besten durch einen Blick ins Wörterbuch – online etwa auf dict.cc. Dann durch eine aufmerksame Lektüre eigener Texte – stimmt das alles, was ich geschrieben habe?

P.S. Falls Sie sich über die unterschiedlichen Schreibweisen Burn-out und Burnout in diesem Eintrag wundern: Ich zitiere aus dem Spiegel-Online-Artikel, schreibe aber selbst die offiziell richtige Form. Wie im Beispiel Know-how werden Kombinationen aus Verb und Nachsilbe aus dem Englischen der deutschen Grammatik unterworfen, also gekoppelt. Diese Schreibung empfiehlt der Duden, erlaubt aber als Alternative, Burnout zusammenzuschreiben.

P.P.S. (30.1.2012) The meaning of life – der Sinn des Lebens.

4 Responses to Meinen bedeutet bedeuten
  1. […] viel Zeit muss sein, obwohl manche es ja für schick halten, sich denglisch auszudrücken. Hier noch ein fieser Fall. Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Stil, Übersetzung abgelegt und mit […]

  2. […] Hier noch ein häufiger falscher Freund, hier etwa Generelles zu den Gefahren wörtlicher Übersetzung. Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Übersetzung abgelegt und mit 2013, false friend, Sport, Sportteil, Zeitung verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. ← Dattelns mediterranes Flair […]

  3. […] genommen wird auch, mean mit meinen statt bedeuten zu […]

  4. […] ein Wort, dass so klingt wie ein Deutsches, im Englischen aber etwas anderes bedeutet (und nicht meint!). Und tatsächlich stand da im Original auf der Webseite der Washington […]


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