Tag Archives: Lehnwort

Die Angst, Englisch würde Deutsch verdrängen, ist übertrieben. Die frühere Vorherrschaft des Französischen ging auch wieder. Standortbestimmung in zwei Akten. I: Napoleons Einfluss auf das Deutsche Mein Vater sortiert gerade die Sachen meiner verstorbenen Mutter aus, darunter ihre Bücher. So kam ich kürzlich in den Besitz ihres Exemplars der „Buddenbrooks“. Falls Sie den Roman nicht […]

Committen angemessen einzudeutschen ist gar nicht so einfach. Hier kommen ein paar Vorschläge, wenn Sie das englische Original umschreiben wollen. Sorry, Verzeihung, Entschuldigung, für die lange Pause seit dem letzten Eintrag, es ist gerade wieder sehr busy. Äh, nein, ich bin gerade wieder sehr beschäftigt. Diese beiden kleinen Anglo-Hakler im ersten Absatz führen auch schon […]

Hassrede ist eine zweifelhafte 1:1-Übersetzung des englischen hate speech, das es im Deutschen gar nicht gibt. Versuch einer Begriffsbestimmung und Vorschläge für schönere Varianten.   Über die Hassrede stolperte man medial in letzter Zeit häufig, zum Beispiel hier in der Tagesschau oder hier in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Wie stark die Verwendung dieses Wortes zugenommen […]

Fortbildung für Fortgeschrittene: Neue Trendwörter aus dem Englischen bereichern den deutschen Wortschatz. Lernen Sie den Godspot, stashing und drailing kennen. Sie lesen richtig: Der God hält reiche Ernte. Der heutige Beitrag erfordert ein Wortspiel als Überschrift, denn es wendet an, was der Beitrag unter anderem kritisiert: Hammerharte Wortspiele im Deutschen auf englischer Grundlage. Das Internet […]

Anglizismen sind beim Texten nahezu unvermeidlich. Doch Screenshot und Update sind zwei Beispiele aus sechs Jahren bloggen dafür, sich permanent selbst zu überprüfen, denn eine deutsche Variante ist häufig ebenso brauchbar.  (2.3.2017) Für den Fall, dass Sie nicht von Anfang an dabei waren: Diesen Blog gibt es schon seit 2010. Zunächst hatten die Artikel stärker tagebuchartigen Charakter, waren persönlicher, schärfer […]

Zarte Nachforschungen über einen expandierenden neuen Begriff. (12.1.2013, Aktualisierung 3.6.2020) Der Schalker Fußballer Lewis Holtby wechselt im Sommer nach England in die Premiere League. Sein Mannschaftskollege, der auslandserprobte Christoph Metzelder, ermutigt ihn: Holtby verlasse nun die Komfortzone. Wer, wie ich, beim Lesen über die Bedeutung der Worte nachdenkt, stutzt hier: Wo war Holtby bisher? Meint Metzelder vertrautes […]

Früher wurden Teppiche und Teig ausgerollt, heute Projekte und Produkte. Okay, das war ein billiger Witz. Also, worüber ich heute schreiben möchte: Die lautmalerische Bedeutungsübertragung vom Englischen aufs Deutsche als Ausdruck gepflegten Marketing-Jargons. Okay, das war jetzt fies, aber Tatsache ist doch, dass in Marketing-Meetings und Beraterpräsentationen der Denglisch-Durchsetzungsquotient, definiert als Zahl der Anglizismen pro […]

 . . . wird der Anglizismus des Jahres 2011 daraus. Eine Jury um den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch destillierte den Shitstorm aus 60 Nominierungen.  Ein Jahr später: Kommt der Scheißsturm? (13.2.2012, Nachträge 21.3.2013, 15.6.2017) Der Shitstorm „bezeichnet eine unvorhergesehene, anhaltende, über soziale Netzwerke und Blogs transportierte Welle der Entrüstung über das Verhalten öffentlicher Personen oder Institutionen, die sich schnell verselbstständigt und […]

Beginnen wir das neue Jahr mit einer Geschichte fürs Herz! Es geschah neulich morgens in der U-Bahn. Ich las in der Süddeutschen die Spalten des Fernsehprogramms quer, und dann, nach der Ankündigung des Films „Before Sunset“, einer Liebeskomödie mit Ethan Hawke und Julie Delpy, blieb ich dort hängen: Denn da stand tatsächlich Liebeskomödie. Ich traute meinen […]