Tag Archives: Floskel

Ein kritischer Geist gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines Journalisten. Daher schreibt er viel über Scheitern. Ein kurzer Überblick über Formen und Umstände. Als Schreiber steht man häufig vor der undankbaren Aufgabe, über Missgeschicke zu berichten und/oder die Verantwortlichen zu kritisieren. Basisvokabular ist hier das Scheitern. Das einfache Scheitern genügt nicht sondern wird seit Alters […]

Wenn bei Fußballübertragungen von antizipieren die Rede ist, könnten die Reporter auch was anderes sagen – zumal sie doch gern so volksnah sind.                   (21.6.2014) Gestern im Spiel zwischen Italien und Costa Rica flog ein langer Ball in die italienische Hälfte. Guanluigi Buffon, der italienische Keeper, stürmte […]

 Teaser werden gern mit der rhetorischen Frage „Warum eigentlich“ abgeschlossen. Zwingender Grund für die Frage: Warum eigentlich? (10.4.2014) Zum Beispiel grübelte die Süddeutsche Zeitung vergangenes Wochenende anlässlich des 20. Todestages Kurt Cobains, warum uns dessen Vermächtnis eigentlich so fern liegt – s. Bildschirmfoto? Tja, warum eigentlich? Oder zum Beispiel forscht jemand auf Spiegel Online den Beweggründen […]

Grandios scheitern gehört zu den ausgelatschtesten Phrasen in Feuilleton und Vermischtem. Warum es besser ist, nicht so zu übertreiben. (2.11.2013) Wenn jemand gerade etwas verbockt hat und Sie das öffentlich kommentieren müssen (oder sollen oder dürfen), können Sie auf keinen Fall nachrichtlich bleiben und davon schreiben, dass er (oder sie) einen Fehler gemacht hat. Nein, […]

(30.6.2012) Phrasen und Floskeln sind meine natürlichen Feinde. Was man oft gelesen hat, nimmt man gar nicht mehr wahr; es rauscht durch. Bzw. wenn man darauf sensibilisiert ist, wird das Gelesene sogar zum Ärgernis; der Leser reagiert allergisch. Wie oft z.B. hat man so was schon auf Websites und in Flyern und Broschüren gelesen wie hier bei […]

(21.2.2012) Die Narren sind los! In München ist Fasching, also Karneval, wie man in Köln sagt bzw. Faslam da, wo ich herkomme (Hamburg). Deshalb heute was Lustiges – mit ernstem Hintergrund: Das Blablameter. Worum geht’s? Wenn Sie einen Text geschrieben haben, kennen Sie vielleicht dies unsichere Gefühl: Taugt er was? Überzeugt er? Klingt er, wie […]

Bei Verneinungen und Vermutungen hat sich in Medien das sanfte „eher nicht“ durchgesetzt – doch sein inflationärer Gebrauch nutzt es ab. Was kann man stattdessen sagen? (10.12.2011) Wie viel Schonung braucht der Mensch in einer hochentwickelten Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft? Anscheinend eine Menge. Medial (und auch im Gespräch) fasst man sich mit Samthandschuhen an, wenn etwas […]

Der australische Autor Michael Gerard Bauer, dessen nächstes Buch ich gerade lektoriert habe, schreibt in seinem Blog, Artikel mit Listen seien erfolgreicher als andere. Ich kann das nur bestätigen und lassen den Worten heute Taten folgen. Nach dem großen Erfolg des ersten Teils hier der bereits angekündigte zweite Teil der kurzen Liste unvermeidlicher Adjektive (und Adverbien): […]

Man benutzt sie eigentlich nie, aber bestimmte Substantive oder Verben bringen sie zwangsläufig mit sich – die unvermeidlichen Adjektive. Die häufigsten Fälle, wie Sie sie identifizieren und ihnen ein Schnippchen schlagen. (28.9.2011) Sie gehören zu den seltenen Worten – doch bestimmt kennen Sie sie gut, und zwar in Verbindung mit anderen Worten. Sie erkennen sie daran, dass […]

(24.2.2011) Der Deutsche geht gern auf Nummer sicher. Das gilt auch fürs Übersetzen: „Wenn ich fein Wort für Wort übersetze, kann nichts schiefgehen.“ Schön wär’s! So hat es sich eingebürgert, die englische Wendung „not really“ mit „nicht wirklich“ zu übersetzen. Schlimmer noch: Die Floskel hat sich im Sprachgebrauch breit gemacht. Wer sich mit Fremdsprachen auskennt weiß, […]