Woke, intersektionell, binär – zuehmend häufiger stößt man in Medien auf derartige Begriffe und fragt sich nach deren Bedeutung. Hier schaffe ich Abhilfe.
Bildschirmfoto eines Tagesschau-Artikels mit woke in der überschrift

Woke sein oder kapitulieren? Der Kampf gegen die Ungerechtigkeit der Welt dauert an. (Bildschirmfoto)

Als aufmerksamer Medienkonsument werden Sie schon seit geraumer Zeit Begriffe wie woke gelesen und sich gedacht haben: Was genau versteht man eigentlich darunter? Meist tauchen sie in der Berichterstattung über Gesellschaftspolitik auf, vorzugsweise aus den USA, die wesentliche Quelle sind.

Ich glaube, ich sage nicht zuviel (und werte nur milde), wenn ich zusammenfasse, dass die Begriffe gesammelt dem Umfeld der politischen Korrektheit zuzuschreiben sind, dem Kampf gegen Diskrimierung, Unterdrückung und Benachteiligung. Umgekehrt für Gleichberechtigung, Inklusion und Selbstbestimmung. Wer könnte dagegen etwas einwenden wollen?

Und doch sind die meisten dieser Wörter zu Kampfbegriffen zwischen Befürwortern und Gegnern dieser Anliegen geworden. Und gerade weil die verwendeten Begriffe unklar sind, werden die Diskussionen dadurch noch schwieriger. Wie kann man sein Anliegen vermitteln, wenn die andere Seite schon die Begriffe missversteht? Umso dringender scheint ein Versuch der Aufklärung.

Schon länger hatte ich als Sprachfreund daher eine kleine Aufstellung über Begriffe der woken Sprache geplant. Zum einen, weil die Präsenz zunahm, zum anderen, weil die Begriffe mir selbst unklar waren oder unscharf schienen. Beispielhaft habe ich von einem Beitrag der Tagesschau ein Bildschirmfoto gemacht.

Woke et al in der FAZ

Wie es scheint, habe ich zu lange gewartet – jetzt ist mir die FAZ zuvor gekommen. Kürzlich hat sie eine kleine Sammlung einschlägiger Begriffe veröffentlicht und m.E. knapp und verständlich erklärt. Da ich schon immer ein Freund von Effizienz war und damit verbunden Doppelstrukturen vermeide, wo immer es geht, erlaube ich mir einen einen schlichten Verweis zur FAZ-Anthologie.
Damit Sie schon jetzt einschätzen können, ob sich ein Besuch lohnt, hier eine kurze Liste der Begriffe, die dort erläutert werden:
  • Ally
  • Alte weiße Männer
  • Blackfacing/White washing
  • Cis
  • Deadname
  • FLINTA
  • Gender-nonkonform/nicht-binär
  • Identitätspolitik
  • intersektional
  • kulturelle Aneignung
  • PoC
  • privilegiert
  • safe space
  • TERF
  • Token
  • trans
  • Trigger
  • woke
Bleibt nur zu hoffen, dass die Redaktion diesen wertvollen Beitrag möglichst lange online stehen lässt. Falls nicht, verzweifeln Sie nicht, sondern stürzen sich frohgemut in die Weite der Wikipedia. Dort allerdings hätten Sie eventuell mit einer redaktionelle Aufbereitung zu rechnen, die an den Folgen eines Bearbeitungskrieges leidet.

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