Wortspiele müssen nicht immer plump oder gespreizt sein. Sie können auch Sinn und Funktion haben. Das zeigt das Beispiel einer Bäckerei und Konditorei mit dem geschickt gewählten Namen Tanjas Plätzchen.

Dezenter Doppelsinn: Plätzchen

(24.8.2013) Ein Café in der Nähe meines Büros trägt einen Namen mit Wortspiel, dessen Doppeldeutigkeit nicht plump, sondern dezent ist – und damit gelungen. Vielleicht sogar so dezent, dass man es auf den ersten Blick zu überlesen droht. Es heißt nämlich

Tanjas Plätzchen

und die können beides sein: Kekse und ein Ort.

Dezenter Doppelsinn und Sinnlichkeit

Von den mannigfaltigen sinnlichen Reizen abgesehen, die Plätzchen als solche auslösen (Duft! Geschmack! Farbe!): Beide Bedeutungen stehen in einer funktionalen Beziehung zu dem Geschäft. Es ist ein Café, ein Ort, in dem es Kekse (als Plätzchen) zu kaufen gibt, und die ich dort, wenn mir danach ist, auch noch verknuspern kann, vielleicht begleitet von einem Kakao oder Kaffee. (Auf den Zusatz dampfend habe ich angesichts herrschender sommerlicher Temperaturen verzichtet.) Womit wir beim Schlussgong wären: Ein Plätzchen assoziiert auch noch etwas, das Deutsche besonders gern haben: Gemütlichkeit. Hier möchte ich sein, hier fühl ich mich wohl.

Mich hat das gleich so angesprochen, dass ich ein Foto machen und darüber schreiben musste, auch wenn das Gebäude nicht das allerschönste ist und man an der Lesbarkeit des Schildes arbeiten müsste.

Was einem textlich und konzeptionell sonst noch so im Einzelhandel unterkommen kann, etwa im Blumen– oder Schuhhandel.

2 Responses to Namenwahl: Tanjas Plätzchen
  1. […] hier ein Beispiel für eine gelungene Namenswahl. Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Schilder […]


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