Der Trend im Netz geht zum Bild. Wird Text deshalb überflüssig?

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Zuletzt hat die ARD ihren Internetauftritt überarbeitet. Die Frankfurter Neue Presse ebenso. Und Hafenwelt, die Abschlussarbeit einer Hamburger Journalistenschule, ging ans Netz. Drei Beispiele, eine Gemeinsamkeit: Die Bilder werden größer und dominieren den Auftritt.

So lässt sich wohl allgemein sagen: Der Trend geht zum Bild. Die visuelle Attraktivität entscheidet darüber, ob jemand länger auf einer Webseite bleibt oder weiterklickt.

Wird der Text dadurch überflüssig? Ist es egal, was wir schreiben? Das ist zu kurz gedacht. Im Gegenteil:

  1. gibt nur das Wort dem Bild seine Bedeutung. Zwar erregt das Bild unsere Aufmerksamkeit, doch ohne Zeile hat ein Bild keine Bedeutung, und dann ist es bedeutungslos.
  2. Ein Bild allein sagt noch gar nichts. Es mag Interesse, Gefühle und Assoziationen auslösen, aber warum es hier und nicht woanders auftaucht, erschließt sich durch das Wort. Der Text ordnet ein Bild ein und gibt ihm Aussagekraft.
  3. Ein Bild allein sagt noch gar nichts, 2. Der Text erzählt die Geschichte. Nur zusammen entfalten sie ihre ganze Kraft.

Gerade bei großer Konkurrenz und lausigen Texten ist es wichtig, einen Kontrapunkt zu setzen und sich abzuheben. Mit den gleichen Anforderungen, die ans Bild gestellt werden: Individuell, packend, auf den Punkt. Keine Worthülsen, keine Allgemeinplätze, keine BUs als Headlines.

Hier geht’s zur letzten Headline-Hitparade.

One Response to Wie wichtig ist das Wort?
  1. […] Nicht, dass wir uns missverstehen, das Wort bleibt im Netz weiter wichtig. Warum, lesen Sie hier. […]


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