Tag Archives: Vokabular

. . . und für das Untersagen. Das Verbot täuscht Autorität vor, als Wort ist es steif und hart. Plädoyer für eine Alternative und Beispiele mit Synonymen. Der Deutsche hat gern Verbote. Dann ist alles geregelt, die Welt unter Kontrolle. In Verboten zeigen sich seine Vorliebe, anderen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen […]

Kennen Sie die Dunkelflaute? Nein? Dann lassen Sie das Licht der Erkenntnis und den frischen Wind der Neugier auf sich wirken. Warum das Wort so gut ist, erfahren Sie auch. Jedes Jahr entstehen neue Wörter und werden durch Medien geprägt oder vervielfältigt. Im Rahmen politischer Korrektheit,  plumper „Haltung“ statt intellektueller Schärfe und lausiger Übersetzung sind […]

Nicht-Beachtung: Wer dieses Wort benutzt und sogar drucken lässt, verarmt das Vokabular und sollte missachtet werden. Getan wird es trotzdem – wie das Beispiel eines Schildes in München zeigt. (23.11.2015) Gymnasien verleihen günstigenfalls die allgemeine Hochschulreife, und gerade die bayerischen gelten als anspruchsvoll. Welch Überraschung daher, als ich das Schild (s. Foto) kürzlich am Münchner Luisengymnasium las. Es mag […]

Aussterbende Worte wie Halunke, Affenschaukel oder Fersengeld haben einen großen Vorteil: Sie fallen auf und prägen sich ein.  (4.4.2013) Der Schauspieler Jürgen Vogel hat sich auf seinen Unterarm das Wort Halunke tätowieren lassen. Das stand kürzlich im großen Wochenendteil-Interview der Süddeutschen Zeitung. Da kratzt man sich erstmal am Kopf und stellt Vermutungen über sein Selbstbild […]

Dichtmachen ist eine Haudrauf-Vokabel, die nicht zu seriösen Medien passt – aber dennoch dort verwendet wird. (17.7.2012, Aktualisierung am 15.7.2020) Heute eine Stilfrage: Einer der ehernen Grundsätze des Textens lautet, dass die Wortwahl zum Medium passen muss. Dagegen wird allerdings in bestimmten Zusammenhängen verstoßen, etwa weil ein Redakteur meint, er müsse sich besonders emotional oder […]

Der Tiefpunkt gehört zu den Wörtern, die aus dem medialen Wortschatz zu fallen drohen. Anders lässt sich die Verwendung des Höhepunkts als Synonym kaum erklären. (14.3.2011, Aktualisierung 22.7.20) „Der sportliche Höhepunkt des Chaos ist erreicht“, schrieb Günter Netzer in der „Bild am Sonntag“ nach dem 0:6 des HSV bei Bayern München. Mal abgesehen davon, dass […]

„Alles kommt inzwischen nur noch irgendwie daher“, klagt die Süddeutsche Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe, „die neue Praktikantin kommt unlustig daher, der neue Grass-Roman kommt eher angestrengt daher.“ Richtig – und richtig fies ist es, dies Phänomen. Daherkommen ist ursprünglich ein Bewegungsverb, löst aber kein Bild beim Leser aus. Trotzdem hat es den Sprung ins Feuilletonvokabular […]