Tag Archives: Verb

Ich bin alleinerziehend, ich bin arbeitssuchend –  wie man dem Trend zu  schwächelnden Adverbien und Partizipien mit starken Verben begegnet und zu einem prägnanteren Stil kommt. (13.6.2015) Heute mal wieder was Stilistisches. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass ich starke Verben verfechte. Also ein Verfechter derselben bin, wie man üblicherweise sagen würde, dieses aber lieber verbalisiere, […]

Wenn schon Anglizismen, dann bitte notwendige, starke. Performen gehört nicht dazu – und ließe sich leicht vermeiden. (16.3.2013) Heute eine Petitesse, aber trotzdem. Ich zitiere aus der Vorankündigung für „Schlag den Raab“ aus dem Fernsehprogramm der heutigen Süddeutschen Zeitung: Im Showteil: Robbie Williams (performt als Weltpremiere „Be a Boy“), Lena (performt „Neon“), Leslie Clio (performt […]

(14.12.2011) Kürzlich las ich Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“, der dieses Jahr den deutschen Jugendliteraturpreis gewann. Auf S. 83 stieß ich auf eine Stelle, die das Texterherz bewegt. Die beiden jugendlichen Protagonisten Maik und Tschick haben beschlossen, ihre Sommerferien anders als sonst zu verbringen. Sie knacken einen alten Lada und brennen damit durch. Dann heißt es: […]

(30.10.2011) Die Sportberichterstattung gibt oft interessante Hinweise auf Veränderungen im Sprachgebrauch – so wie gestern das Aktuelle Sportstudio, als es bei den Bundesligaspielen darum ging, wen und was Mannschaften verteidigen. Erst einen Angreifer verteidigen . . . Hannovers Abwehr habe Marco Reus nicht verteidigen können, kommentierte Reporterin Sabine Töpperwien den 2:1-Sieg Mönchengladbachs über die 96er. Das […]

Neuerdings sind Todesopfer in den Medien durchweg gestorben – auch wenn sie ermordet wurden oder tödlich verunglückten. Doch für Gewalt- und Unfallopfer kennt das Deutsche genauere Bezeichnungen.  (6.10.2011, Nachtrag 17.10.2011) Amanda Knox ist frei. Im Bericht über das Urteil hieß es dazu vorgestern im Panorama der Süddeutschen Zeitung: „Familie Kercher muss nach London zurückkehren, ohne sicher zu wissen, […]

Manche Verben stehen mit mehreren Präpositionen. Wann heißt es leiden an, wann leiden unter etwas? Das machen auch Profischreiber falsch, lässt sich aber leicht merken. (6.7.2011, Nachträge 7.7.2011, 6.8.2017, 15.12.2017) Heute berichtet die Süddeutsche Zeitung auf der Titelseite vom Tod des amerikanischen Malers Cy Twombly. Twombly, der mit 83 starb, habe seit längerem unter Krebs […]

(15.4.2011) Kürzlich interviewte ich Peer Steinbrück. Während der Ex-Finanzminister meine Fragen beantwortete, bemerkte ich an ihm eine Angewohnheit, die man neuerdings öfter hört: Dass jemand das Verb in die Mitte eines Satzes stellt – statt an den Schluss. Steinbrück sagte zum Beispiel: „Das wird sich ergeben zum richtigen Zeitpunkt.“ Dabei heißt es eigentlich: „Das wird […]

Von etwas ausgehen ist feste Formel in Nachrichten, jedoch ähnlich bildlos wie daherkommen. Beispiele und Vorschläge zur Verbesserung. (4.1.2011, Aktualisierung 10.2.2019) Es gibt Worte und Formeln, die wie selbstverständlich in Nachrichten vorkommen, ob gedruckt in Zeitungen oder gesprochen in Radio und Fernsehen. Dazu gehört die Formel, dass man von etwas ausgeht. Beispiele gibt es zuhauf: […]

„Alles kommt inzwischen nur noch irgendwie daher“, klagt die Süddeutsche Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe, „die neue Praktikantin kommt unlustig daher, der neue Grass-Roman kommt eher angestrengt daher.“ Richtig – und richtig fies ist es, dies Phänomen. Daherkommen ist ursprünglich ein Bewegungsverb, löst aber kein Bild beim Leser aus. Trotzdem hat es den Sprung ins Feuilletonvokabular […]

(10.12.2010) Neulich trug ich bei einem Mac-Händler in München die Grundlagen des Textens vor. Ich sprach über starke Verben und das treffende Hauptwort, empfahl sparsamen Adjektiv-Einsatz und führte aus, wie diese Bestandteile in der Reihenfolge Subjekt, Prädikat und Objekt zu einem Satz werden. Ich überraschte die Zuhörer mit der Feststellung, dass der durchschnittliche deutsche Satz […]

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