Tag Archives: treffendes Wort

Wenn schlechte Nachrichten drohen, wird in Medien einhellig gewarnt. Doch daneben gibt es eine klar zu unterscheidende Alternative: befürchten. Timothy Geithner machte am vergangenen Freitag Schlagzeilen: US-Finanzminister warnt vor Staatspleite lautete die Überschrift der Süddeutschen Zeitung, Ausgabe 28.12., auf ihrer Titelseite. Ich verfolge diese Art von Headline schon etwas länger – in deutschen Medien hat sich […]

Dichtmachen ist eine Haudrauf-Vokabel, die nicht zu seriösen Medien passt – aber dennoch dort verwendet wird. (17.7.2012, Aktualisierung am 15.7.2020) Heute eine Stilfrage: Einer der ehernen Grundsätze des Textens lautet, dass die Wortwahl zum Medium passen muss. Dagegen wird allerdings in bestimmten Zusammenhängen verstoßen, etwa weil ein Redakteur meint, er müsse sich besonders emotional oder […]

(6.4.2012) Diese Veränderung greift um sich, sie ist fast schon überall. Selbst meine siebenjährige Tochter sagt, etwas sei weniger gut, wenn sie schlechter meint. Ich habe vor einem Jahr schon über das Phänomen gebloggt, aber es hat sich medial und im privaten Umfeld dermaßen gehäuft, dass ich es noch einmal bringen möchte. Vor ein paar […]

Community Manager begleiten Diskussionen im Web, hieß es am Wochenende in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung über diesen neuen Beruf. Dazu gehöre auch, dass sie „Streits schlichten“ – s. Lauftext im Bild. Ein Plural zum Stirnrunzeln! (24.10.2011) Da wollte der Schreiber wohl besonders korrekt sein – denn Streitigkeiten kommen öfter vor,  und dann muss das Wort dazu […]

Neuerdings sind Todesopfer in den Medien durchweg gestorben – auch wenn sie ermordet wurden oder tödlich verunglückten. Doch für Gewalt- und Unfallopfer kennt das Deutsche genauere Bezeichnungen.  (6.10.2011, Nachtrag 17.10.2011) Amanda Knox ist frei. Im Bericht über das Urteil hieß es dazu vorgestern im Panorama der Süddeutschen Zeitung: „Familie Kercher muss nach London zurückkehren, ohne sicher zu wissen, […]

Die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen führt immer wieder zu eigentümlichen Aussagen – und selten zum treffenden Wort. Wenn etwa Dirk Nowitzki „mentale Stärke“ zeigt, beweist er eigentlich Nervenstärke – es schreibt nur keiner. Anders der DFB: Zu Ballacks Abschied nennt er die Dinge gleich beim Namen. (15.6.2011) Dirk Nowitzki hat’s geschafft: Als erster Deutscher […]

(26.4.2011) Gestern lief in der ARD-Tagesschau ein Bericht über die Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg. Vor der Kamera der SPD-Landesvorsitzende Nils Schmid. Er spricht über junge Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist politisch korrekt, aber ziemlich abstrakt. Was soll man sich unter so einem Wortmonster vorstellen? Und wie lange braucht man dafür? Oder hüpft das als Politphrase zum […]

Der Tiefpunkt gehört zu den Wörtern, die aus dem medialen Wortschatz zu fallen drohen. Anders lässt sich die Verwendung des Höhepunkts als Synonym kaum erklären. (14.3.2011, Aktualisierung 22.7.20) „Der sportliche Höhepunkt des Chaos ist erreicht“, schrieb Günter Netzer in der „Bild am Sonntag“ nach dem 0:6 des HSV bei Bayern München. Mal abgesehen davon, dass […]

(10.1.2011) Auf der Seite 3, der großen Reportage, der Süddeutschen Zeitung sind am 23.12.2010 die Probleme der Bahn in einem strengen Winter Thema. Schnell findet sich einer dieser typischen Sätze: „Die Verspätungen der Bahn bedeuten für viele Menschen eine Kränkung.“ Fröhlich macht sich Luft im Satz breit. Für wen auch sonst? Für Hamster, Katzen oder Hunde? Wie wär’s mit […]