Tag Archives: treffendes Wort

Acht weitere Beispiele für den intakten Medientrend, Substantive durch Voranstellen von Nicht- zu bilden, samt Ursachenforschung. Es „nichtet“ fröhlich weiter. Statt nach dem treffenden Wort zu suchen, verwenden Journalisten in Beiträgen weiterhin die plumpe Verneinungsform eines Substantives, den sie dann mit einem Nicht- davorgestellt ins Gegenteil verkehren. Woher kommt diese Neigung? Gefallen sich Journalisten in […]

Mit einem einfachen Kniff gelingt es spielend, Produkte rhetorisch aufzuwerten. Das Beispiel eines Weins, der kein Aroma, sondern eine Aromatik hat. Mein Tengelmann wurde letztes Jahr infolge der „Rettungsaktion“ des damaligen Wirtschaftsministers Gabriel zu einem Edeka. Damit veränderte sich das Weinsortiment. Neu sind relativ günstige, aber gut trinkbare französische Rotweine. Nun versucht jeder sich bestmöglich zu […]

Auf dem Bau hält die Rechtssprache Einzug. Unbefugte heißen nichtautorisierte Dritte – beobachtet und gedeutet. Wow, mit welcher Rasanz sich der Wortgebrauch ändert. Auch auf dem Bau bleibt nichts, wie es war. Zwar beginnt wie vor 50 Jahren pünktlich um sieben Uhr morgens das Dröhnen und Kreischen, Toben und Tosen, Wummern und Hämmern, Rattern und […]

Der Trend hat die Vorherrschaft errungen. Sagen Sie auch schon Nicht-Normalität, Nicht-Einhaltung oder Nicht-Erteilen? Das sollten Sie – besser nicht. 10 weitere Fälle samt Vorschlägen. (Lesezeit: ca. vier Minuten) (6.7.2017) Schon länger verfolge ich dieses Phänomen aus der Abteilung Wortschatzverarmung, wie treue Leser wissen. Aus dem Rinnsal wurde ein Strom. Woraus besteht er? Anscheinend neigen […]

Wie und warum sich ein Make-up-Artist in einem Artikel in eine Make-up-Künstlerin verwandelte. (2.6.2017) Eigentlich hatte ich über etwas anderes bloggen wollen. Aber Spiegel Online, unerschöpflicher Quell der Inspiration, lieferte mir überraschend frischen Stoff. Anlass ist eine Meldung über den amerikanischen Komiker Jim Carrey. Dessen tote Freundin wird darin nämlich als Make-up-Künstlerin bezeichnet. Ich weiß […]

Warum ich die Adjektive unsäglich und wunderbar nicht mehr hören kann – geschweige denn schreiben möchte. Und Sie hoffentlich auch nicht! Selbst klassische Ressorts wie das Feuilleton und erst recht die Sozialen Medien unterliegen Trends und Moden. Dies in unguter Kombination mit dem Trend zum schrumpfenden Wortschatz, und schon sieht sich der Leser/User bei der Lektüre/Browsen einer sehr […]

Mission Statement vom Schreibtisch: gegen gedankliche Verarmung und für sprachlichen Reichtum am Beispiel des Doctor’s office.  (30.4.2017) Die letzten Tage hatte ich nach einer kleinen Pause ein paar Texte für die MINI Entdeckungen zu schreiben. Weil ich davor mehr für die BMW Inspirationen getextet hatte, suchte ich Inspiration in der „MINI Tonalität“, einer kleinen Handreichung des […]

Warum Stühle, Bücher oder Besen kippen können (und Schnäpse gekippt werden), aber keine Gesetze. Diesen Beitrag hätte ich schon vor fünf Jahren schreiben können. Das wollte ich auch, doch andere Themen waren jeweils dringlicher. Doch jetzt ist es soweit. Und Achtung, das folgende Beispiel ist beliebig, der allgegenwärtige amerikanische Präsident ist NICHT das Thema, sondern […]

2016 verarmte die Sprache in den Redaktionen weiter. Die Standardreaktion auf schlechte Nachrichten waren Empörung und Entsetzen. Dabei bieten sich zahlreiche Alternativen an. (29.12.2016, Nachtrag 17.01.2017) Wenn ich die Nachrichtenportale in diesem Jahr besucht habe, herrschten zwei emotionale Reaktionen vor: Entweder empörte man sich, oder man sprach von Entsetzen. Selbst einfachste PR-Geschichten konnten diese starke emotionale Reaktion hervorrufen. […]

Wie aus dem englischen Hate crime Hassverbrechen wurden, die doch eigentlich Vorurteilsverbrechen sind. Diese Wortwahl könnte die öffentliche Debatte in Deutschland beruhigen – wenn dem nicht handfeste Interessen entgegenstünden. (17.12.16, Nachtrag 12.5.2017) Neulich stolperte ich in den Nachrichten über ein Wort, dessen Sinn sich mir nicht erschloss: Hassverbrechen. (Fundstelle u.a. in der Welt.) Ich konnte mir nichts […]