Tag Archives: Süddeutsche Zeitung

„Ich bin am Arbeiten“ – nicht selten liest man diese Art Verlaufsform. Das ist nicht falsch, aber auch nicht schön. Wie man sie eleganter schreiben kann! (14.11.2012, Aktualisiert am 11.11.2017 & 15.1.2019) Heute eine stilistische Feinheit, die im Laufe der Jahre (!) zu einem der meistgelesenen Beitrag dieses Blogs avanciert ist. Sie fällt mir immer […]

Es steht vor fast jeder Zahl. Es gaukelt Genauigkeit vor, wo nur geschätzt werden kann. Es ist sperrig und macht dadurch Sätze hässlich: von bis zu. Wie Sie mit fünf einfachen Tricks schönere Sätze ohne die drei Einsilber schreiben. (25.10.2012) Ludwig Reiners schrieb schon Mitte der fünfziger Jahre in seiner „Stilfibel“: „Besonders hässlich sind Konstruktionen, […]

Potus und Flotus – die beiden Worte klingen spaßig, bezeichnen aber etwas sehr Großes, sehr Ernstes und ein Paar. Sie haben jedoch weder mit Kreti und Pleti noch mit Pontius und Pilatus zu tun. Was sie bedeuten und wie sie entstanden. (6.10.2012, aktualisiert am 16.6.2018) Wenn Sie wie ich beruflich mit Suchmaschinenoptimierung zu tun haben, […]

Ein Wortspiel, zu dem man die Assoziation erstmal haben muss: Puh, der BER stand in der SZ vom 1. August als Schlagzeile über der Reportage auf Seite Drei, in der die Malaise am neuen Berliner Flughafen verhandelt wurde. Wie immer nicht sonderlich informativ, aber lustig, originell – und es bringt die Stimmung in nur drei Worten […]

(29.7.2012) Dieses Wochenende macht die Süddeutsche Zeitung ihr Feuilleton mit einem Artikel über Selbstoptimierung durch Apps auf. Ich lese „füllige Menschen“ für „Übergewichtige“ (oder gar „Dicke“). 1.970 Treffer bei Google für „füllige Menschen“, 12.100 für „mollige Menschen“, die mir alternativ angeboten werden. Dicke, soviel wird beim Überfliegen der Suchergebnisse klar, scheint verpönt zu sein. Mehr und […]

Wortspiele, verfremdete Buch- oder Filmtitel, Ein-Wort-Überschriften – das sind derzeit die gängigen Headline-Formate. Ein paar Juni-Leckerlis. (27.6.2012) Ich liebe gute Headlines. Mein Favorit des Monats: Die rohe Botschaft In der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom 8.6.2012 wurde unter dieser Überschrift über ein Konzert der Hiphopper Jay-Z und Kanye West in Frankfurt berichtet, das wie ein Gottesdienst […]

(23.5.2012) Am Text wird generell gern gespart („Liest ja eh keiner“), am Lektorat besonders („Wozu hat Word eine Recht-schreibkorrektur?“). Die automatische Prüfung ist zwar tatsächlich ziemlich gut und deutlich (rot und grün unterstrichen), aber sie kann immer noch nicht denken. Das tut der Lektor: Ob Fakten, Sinn und Aussagen stimmen, kann er ebenso prüfen wie Stilblüten […]

Kleine Presseschau: Wie seltsame Zwänge den natürlichen Sprachfluss bremsen. (4.5.2012) Merkwürdige Entdeckung gestern in der Abendzeitung. Schwarzarbeit-Report lautet die Zeile. Stummeldeutsch, ohne Fugen-s, das normalerweise gebraucht wird, wenn man zwei Substantive zusammensetzen will: Schwarzarbeitsreport. Wahrscheinlich, weil sie’s in zwei Zeilen gesetzt haben und meinten, so lese es sich besser. Aber dann hätten sie doch auch […]

Früh im Jahr bietet sich ein erster Kandidat für das Unwort des Jahres an: Der Fehlanreiz. Glatt, distanziert und abstrakt verhüllt er seine wahre Bedeutung. (27.4.2012, aktualisiert am 25.6.19) So, hier ist der erste Kandidat für das Unwort des Jahres. Der geneigte Leser verfolgt sicher die politische Debatte: Die Union möchte ein Betreuungsgeld für Familien […]

(28.3.2012) So massiv derzeit Schoko-Osterhasen-Armeen die Supermarktregale besetzen, so massiv hat sich das Adjektiv in Nachrichtenformaten eingenistet. Vorgestern, in der Ausgabe vom 26.3., begegnete es mir in der Süddeutschen Zeitung gleich dreimal, in Form massiver Veränderungen, massiver Verluste und massiver Kürzungen. Und ich lese bei weitem nicht alle Artikel. Abgesehen vom Modefaktor ist es wohl der bedrohliche Unterton, der zu […]