Tag Archives: Sprachentwicklung

(30.10.2011) Die Sportberichterstattung gibt oft interessante Hinweise auf Veränderungen im Sprachgebrauch – so wie gestern das Aktuelle Sportstudio, als es bei den Bundesligaspielen darum ging, wen und was Mannschaften verteidigen. Erst einen Angreifer verteidigen . . . Hannovers Abwehr habe Marco Reus nicht verteidigen können, kommentierte Reporterin Sabine Töpperwien den 2:1-Sieg Mönchengladbachs über die 96er. Das […]

Wenn ein Wort nur auf 10.400 Google-Treffer (Stand 26.10.11) kommt, darf man es selten nennen. Dem entspricht auch die Markierung zur Häufigkeit im Duden-Eintrag: Nur einer von fünf Balken. Die Rechtschreibkorrektur kennt es noch nicht und macht undenkbar draus – nur leider will man undeutbar schreiben. Wie das oft ist mit diesen neu geschöpften Worten: […]

Rechtzeitig vorm Jahresende und seinen Trendwortwahlen möchte ich auf einen Kandidaten hinweisen, der bis vor einiger Zeit dem Kunstbetrieb vorbehalten war und sich in diesem Jahr stark ausgebreitet hat: kuratieren. (21.10.2011) Der Kurator ist laut Duden der (wissenschaftliche) Leiter einer Ausstellung oder eines Museums. Aber der Zeitgeist hat diese dröge Jobbeschreibung aufgeweicht. Inzwischen ist der […]

(18.10.2011) Als ich kürzlich im Auto meinem Navi zuhörte, sagte die Stimme wieder diesen merkwürdig formal und falsch klingenden Satz: „Sie befinden sich immer noch auf der schnellsten Route.“ Da dämmerte es mir: Wieso eigentlich Route? Das sagt doch so niemand (von der weltfremden Betonung mit der kräftigen Aussprache der letzten Silbe ganz zu schweigen). […]

The trend is your friend: Wie es das unscheinbare Wissenschaftswort erwartbar in gut zehn Jahren in den Medien-Mainstream schaffte. (11.8.2011) Wie vergleichsweise schnell sich Sprache entwickelt, zeigt die Karriere des Wortes erwartbar. Bis vor etwas mehr als zehn Jahren fristete es ein Schattendasein. So wurde es in wissenschaftlichen Veröffentlichungen verwendet, etwa in der Statistik, wenn Werte […]

(10.2.2011) Live-Sportübertragungen sind ein zuverlässiger Gradmesser für Sprachentwicklung. So auch das Fußballländerspiel Deutschland – Italien gestern. Neuer im Tor, jubelte Reporter Tom Bartels, sei unüberwindbar. Dabei meinte er unüberwindlich. Dergleichen hört man öfter. Woher kommt das? Steckt das Angelsächsische dahinter, das so viele Adjektive auf – able, also –bar, aber keine andere Form kennt, also […]