Tag Archives: Sprachentwicklung

Neue Worte sollen notwendig sein. Welchen Zugewinn bringt unübertreffbar? (9.11.2013) Über die Tendenz, aus Adjektiven mit der Endung -lich solche zu machen, die auf -bar enden, habe ich schon ein paarmal gebloggt. Als Beispiel sei verstehbar statt verständlich genannt. Heute aber, auf der Wissensseite der Süddeutschen, (und gestern bereits online) hat mich eine Autorin mal wieder so ausgeknockt, dass ich dem […]

Je mehr internationale Unternehmen auf den deutschen Markt drängen, desto mehr häufen sich Übersetzungen, die deutsch sein sollen, es aber nicht sind. Gebräuchliche statt wörtlicher Übersetzungen könnten Abhilfe schaffen. (15.8.2013) Hören Sie Musik auf Spotify? Dann kennen Sie den Empfehlungsservice des schwedischen Streamingdienstes. Es ist in Deiner Region populär heißt es da zum Beispiel über […]

Was macht ein Developer? Und – was macht er im Deutschen? Willkommen im Wortschatz, Developer. Du tauchtest in einem Artikel im Vermischten der Süddeutschen Zeitung auf, und damit bist Du endgültig da. In einem Artikel der letzten Wochenendausgabe (4./5.5.) über den vollendeten Freedom Tower in New York steht, dass der Developer des Gebäudes . . . […]

Nach dem kraftvollen Shitstorm siegte dieses Jahr ein unspektakuläreres Wort: Crowdfunding ist der Anglizismus des Jahres 2012. (10.3.2013) Das Wort bezeichnet eine neue Finanzierungsform. Wer eine Idee für ein neues Produkt oder Projekt hat, aber keinen Geldgeber, stellt es im Internet vor und hofft, durch viele Einzelbeiträge die nötige Summe zusammenzubekommen. Eine Art virtueller Klingelbeutel also, […]

Es steht vor fast jeder Zahl. Es gaukelt Genauigkeit vor, wo nur geschätzt werden kann. Es ist sperrig und macht dadurch Sätze hässlich: von bis zu. Wie Sie mit fünf einfachen Tricks schönere Sätze ohne die drei Einsilber schreiben. (25.10.2012) Ludwig Reiners schrieb schon Mitte der fünfziger Jahre in seiner „Stilfibel“: „Besonders hässlich sind Konstruktionen, […]

(29.7.2012) Dieses Wochenende macht die Süddeutsche Zeitung ihr Feuilleton mit einem Artikel über Selbstoptimierung durch Apps auf. Ich lese „füllige Menschen“ für „Übergewichtige“ (oder gar „Dicke“). 1.970 Treffer bei Google für „füllige Menschen“, 12.100 für „mollige Menschen“, die mir alternativ angeboten werden. Dicke, soviel wird beim Überfliegen der Suchergebnisse klar, scheint verpönt zu sein. Mehr und […]

Vom Zitat zur Titelzeile, von Louis van Gaal in den allgemeinen Sprachgebrauch, und das in nur zwei Jahren: Das Feierbiest geht um und macht Medienkarriere.    (2.7.2012) Hand aufs Herz – wie oft haben Sie schon Feierbiest gesagt? Es ist also eine relativ neue Kreation, die zweite, die auf den ehemaligen Bayern-München-Trainer, den Holländer Louis van […]

EM-Sprachfazit: Chancen zu kreieren, ist fester Bestandteil des Fußball-sprachgebrauchs geworden. Ist Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal der Auslöser? (24.6.2012) Sprachlich bietet die Fußball-EM bisher wenig Berichtenswertes – außer vielleicht einem: Die Redewendung Chancen kreieren ist fester Bestandteil der Fußball-Berichterstattung geworden. Dabei ist sie noch relativ neu. Meiner Erinnerung nach gehört sie zum Erbe des früheren Bayern-Trainers […]

(20.5.2012) Bis vor kurzem dachte ich, die Tendenz, Adjektive auf -bar statt -lich enden zu lassen, hätte ich abgeschlossen. Aber jetzt ist noch ein schönes neues Beispiel aufgetaucht. Ausgelöst hat es der Tod Dietrich Fischer-Diskaus; dessen Ruhm als Sänger sei weltweit nicht erschütterbar, heißt es im gestrigen Nachruf des SZ-Feuilletons. Hier zeigt sich das Tempo der Veränderung. […]

(29.4.2012) Anfassen, das war bisher eine im Wortsinn manuelle Angelegenheit. Die Hände berühren etwas, manchmal nur um zu spüren, wie sich der Gegenstand anfühlt, den man da hält, manchmal, um damit noch etwas anderes zu tun. Im übertragenen Sinn gab es nur noch eine Nebenbedeutung, nämlich etwas anzupacken. Die Bedeutung des Wortes hat sich erweitert: […]