Trends

17Feb 2011

(17.2.2011) Nicht nur in der ARD greift der Orwell’sche Neusprech um sich (vgl. Post vom 4.2.) Auch vor anderen Medien macht die merkwürdige Angst vor dem treffenden Wort nicht halt. Die Süddeutsche Zeitung etwa schreibt am 16.2. auf ihrer Medienseite über den Fußballtrainer Jürgen Klopp, der einem Reporter kein Interview geben wollte. Grund: Der BVB […]

10Feb 2011

(10.2.2011) Live-Sportübertragungen sind ein zuverlässiger Gradmesser für Sprachentwicklung. So auch das Fußballländerspiel Deutschland – Italien gestern. Neuer im Tor, jubelte Reporter Tom Bartels, sei unüberwindbar. Dabei meinte er unüberwindlich. Dergleichen hört man öfter. Woher kommt das? Steckt das Angelsächsische dahinter, das so viele Adjektive auf – able, also –bar, aber keine andere Form kennt, also […]

04Feb 2011

 Weniger gut ist das neue schlechter: Medien verzichten zunehmend auf viele treffende, aber verneinende Adjektive. Stattdessen werden – vermeintlich präziser – die positiven Gegenteile mit weniger kombiniert. (4.2.2011, Nachtrag 27.7.2011) Sie erinnern sich an George Orwells Neusprech, den er für 1984 vorausgesehen hatte? Das Gegenteil von gut heißt dort ungut – und nicht etwa schlecht. In […]

31Jan 2011

Weil Satzteile immer mehr bausteinhaft zusammengesetzt werden, entfällt ihre Beugung.  Leider übersehen das auch die, die es wissen und können sollten. Am Beispiel der Apposition (Beiordnung). (31.1.2011, Nachträge, 15.7.16 und 12.12.17) Im Nachgang zu einer Presseveranstaltung schrieb mir ein großes PR-Büro im Namen seines internationalen Großkunden, eines Computerherstellers. „Wir hoffen, Sie auf der nächsten Veranstaltung wieder […]

28Jan 2011

(28.1.2011) Haben Sie beim Überfliegen der Zeitungsschlagzeilen in letzter Zeit auch gerätselt, was wohl gemeint sein könnte? Ein Trend breitet sich aus: Die Überschrift besteht nur noch aus einem Wort. „Warum?” titelte Mitte Januar die Süddeutsche Zeitung über einer Reportage, bekanntlich die Königsdisziplin des Journalismus, an prominenter Stelle auf ihrer Seite 3 – und ließ […]

10Jan 2011

(10.1.2011) Auf der Seite 3, der großen Reportage, der Süddeutschen Zeitung sind am 23.12.2010 die Probleme der Bahn in einem strengen Winter Thema. Schnell findet sich einer dieser typischen Sätze: „Die Verspätungen der Bahn bedeuten für viele Menschen eine Kränkung.“ Fröhlich macht sich Luft im Satz breit. Für wen auch sonst? Für Hamster, Katzen oder Hunde? Wie wär’s mit […]

04Jan 2011

Von etwas ausgehen ist feste Formel in Nachrichten, jedoch ähnlich bildlos wie daherkommen. Beispiele und Vorschläge zur Verbesserung. (4.1.2011, Aktualisierung 10.2.2019) Es gibt Worte und Formeln, die wie selbstverständlich in Nachrichten vorkommen, ob gedruckt in Zeitungen oder gesprochen in Radio und Fernsehen. Dazu gehört die Formel, dass man von etwas ausgeht. Beispiele gibt es zuhauf: […]

29Dez 2010

„Alles kommt inzwischen nur noch irgendwie daher“, klagt die Süddeutsche Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe, „die neue Praktikantin kommt unlustig daher, der neue Grass-Roman kommt eher angestrengt daher.“ Richtig – und richtig fies ist es, dies Phänomen. Daherkommen ist ursprünglich ein Bewegungsverb, löst aber kein Bild beim Leser aus. Trotzdem hat es den Sprung ins Feuilletonvokabular […]

17Dez 2010

(17.12.2010) Der Spiegel hat mal wieder seine Sprachmacht demonstriert: Wutbürger, eine Erfindung des Spiegel-Reporters Dirk Kurbjuweit, hat den Nerv der Zeit am besten getroffen und wurde jetzt von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2010 gewählt. Das Wort beschreibt die bürgerliche Mitte, die sauer wird, weil sie das Gefühl hat, dass in […]

02Dez 2010

Nichts ist peinlicher, als wenn sich Erwachsene der Jugendsprache befleißigen – und doch ist es immer wieder aufschlussreich, wie sich die Kids ausdrücken. Jetzt wurde das Jugendwort des Jahres 2010 gewählt. (2.12.2010) Der Sieger heißt Niveaulimbo – und ist stellvertretend für den bildhaft-saftigen Humor der ausgezeichneten Wörter. Was damit gemeint ist – und welche Begriffe […]