Stil

22.3.2011, Nachtrag, 3.2.2012. Heute Morgen, kurz vor acht Uhr, Deutschland-Radio Kultur. In einem Beitrag zum 70. Geburtstag des Schauspielers Bruno Ganz heißt es, er habe seine Figuren verstehbar gemacht. Nanu – verstehbar? Im Duden klafft eine Lücke. Der Google-Check ergibt: 33.400 Treffer – der Trend ist da. Natürlich versteht man, was gemeint ist, aber noch verständlicher wäre das […]

 Weniger gut ist das neue schlechter: Medien verzichten zunehmend auf viele treffende, aber verneinende Adjektive. Stattdessen werden – vermeintlich präziser – die positiven Gegenteile mit weniger kombiniert. (4.2.2011, Nachtrag 27.7.2011) Sie erinnern sich an George Orwells Neusprech, den er für 1984 vorausgesehen hatte? Das Gegenteil von gut heißt dort ungut – und nicht etwa schlecht. In […]

(10.1.2011) Auf der Seite 3, der großen Reportage, der Süddeutschen Zeitung sind am 23.12.2010 die Probleme der Bahn in einem strengen Winter Thema. Schnell findet sich einer dieser typischen Sätze: „Die Verspätungen der Bahn bedeuten für viele Menschen eine Kränkung.“ Fröhlich macht sich Luft im Satz breit. Für wen auch sonst? Für Hamster, Katzen oder Hunde? Wie wär’s mit […]

(10.12.2010) Neulich trug ich bei einem Mac-Händler in München die Grundlagen des Textens vor. Ich sprach über starke Verben und das treffende Hauptwort, empfahl sparsamen Adjektiv-Einsatz und führte aus, wie diese Bestandteile in der Reihenfolge Subjekt, Prädikat und Objekt zu einem Satz werden. Ich überraschte die Zuhörer mit der Feststellung, dass der durchschnittliche deutsche Satz […]