Stil

25Sep 2011

Heute am Sonntag was Erbauliches: Aus der Abteilung „Alt, aber gut!“ ein paar Aphorismen über Sprache. Sie stammen aus der aktuellen Ausgabe der Universitas mit dem Titel „Sprachwelten“. Sprach-Kürze gibt Denk-Weite. (Jean Paul, 1763-1825) Am Unverständlichsten reden Leute daher, denen die Sprache zu nichts weiter dient als sich verständlich zu machen. (Karl Kraus, 1874-1936) Flüchtig […]

21Sep 2011

(21.9.2011) Warum so schreiben, dass der Leser einen Artikel versteht oder dieser ihm gar nützt, indem er etwa nach der Lektüre weiß, ob das besprochene Buch oder Album etwas taugt? Das macht doch schon der Focus! In diese Untiefen des Banalen möchten wir Freigeister und Feinschreiber der Süddeutschen Zeitung nicht eintauchen. Lass uns doch lieber mal […]

20Aug 2011

Eine veraltete Nebenbedeutung des Verbs adressieren erfährt eine Renaissance: Medien, Politik und Management verwenden es verstärkt als modischen Ersatz für ansprechen, richten oder behandeln. (20.8.2011) Als neulich Heiner Geißler im Zusammenhang mit Stuttgart 21 mit der Frage „Wollt ihr den totalen Krieg?“ provozierte, klagte tags drauf die Süddeutsche Zeitung: „Niemand herrschte ihn an, so lasse […]

16Aug 2011

Metaphern beleben einen Text und prägen sich beim Leser ein, werden aber schnell schief. Besonders im Sportteil werden die bildhaften Vergleiche häufig verwendet – so häufig, dass es öfter zu einer Bildstörung kommt. (16.8.2011) Ein aktuelles Beispiel von der Kicker-Website (vgl. Abb.) vereint das Schiefe mit dem Abgenutzten. Unter der Überschrift „Aue ein Personenzug, 1860 ein […]

01Aug 2011

Nicht plus ein gleich kein – nach dieser Regel lässt sich eine unschöne Verneinung im Deutschen straffen; die Aussage wird eleganter und klingt klarer.  Oft und nicht ohne Häme und Hintersinn wird die Frage gestellt, welchen Sinn es hat, Latein zu lernen. Die Standardantwort lautet: Keinen – ist ja eine tote Sprache. Dann lieber französisch […]

26Jun 2011

Metaphern können einen Text bereichern, wenn man sie richtig einsetzt. Wichtig: Die Bilder, die für die übertragene Bedeutung sorgen, müssen stimmig sein. Ein schiefes Bild dagegen wirkt kontrapunktiv – etwa, wenn am Werbekuchen gerüttelt wird. (26.6.2011) Metaphern, die bildhaften Ausdrücke, würzen einen Text wie das Salz in der Suppe. Vom Tischbein bis zum Tonarm, vom […]

22Jun 2011

Manche Sätze muss man zweimal lesen, um sie verstehen, meistens, weil der Autor den Leser an der Nase herumführt. Wenn z.B. Subjekt und Objekt die Rollen tauschen, entsteht Konfusion beim Leser. Wie es dazu kommt – und wie es sich vermeiden lässt. (22.6.2011) Kürzlich stand in einem Artikel über den trudelnden Fußballverein SpVgg Unterhaching: „Torhüter […]

28Mai 2011

(28.5.2011) Heute hing im Lidl über den Salatgurken ein Hinweisschild. Schwarz auf gelb stand da gleich zweimal nebeneinander im gleißenden Licht der Neonröhren (s. Foto): Bei den im Verkauf befindlichen Gurken handelt es sich um Ware holländischen Ursprungs! Ach, diese Worte, die so gar nichts sagen: befindlich, getätigt, erfolgt. Es handelt sich um. Umständlich, gespreizt, […]

14Mai 2011

(14.5.2011) Heute ist es meine traurige Pflicht, den schleichenden Tod des Wörtchens denn anzuzeigen – verursacht durch einen nahen Verwandten, das übermächtige weil. Täglich wird er in Interviews vollzogen, von Mikrofonen und Kameras dokumentiert. Ich wurde zuletzt Mittwoch Zeuge dieses Konjunkzids, wie ich es nenne, beim Auftritt Renate Schmidts in der ARD-Sendung „Hart, aber fair“. […]

09Mai 2011

(9.5.2011) To make sense: Die wörtliche deutsche Verwendung dieser englischen Redewendung als Sinn machen hat längst Einzug in die Umgangssprache gehalten. Experten wie der Germanist Peter von Matt schlagen es ist sinnvoll oder es ist vernünftig als Formulierungen vor, weil sie dem deutschen Sprachgebrauch entsprechen. Die aber behaupten sich nicht, weil sie gehobener und trockener klingen als Sinn machen. […]