Allgemein

09Mai 2011

(9.5.2011) To make sense: Die wörtliche deutsche Verwendung dieser englischen Redewendung als Sinn machen hat längst Einzug in die Umgangssprache gehalten. Experten wie der Germanist Peter von Matt schlagen es ist sinnvoll oder es ist vernünftig als Formulierungen vor, weil sie dem deutschen Sprachgebrauch entsprechen. Die aber behaupten sich nicht, weil sie gehobener und trockener klingen als Sinn machen. […]

06Mai 2011

Dienstag dieser Woche veröffentlichte der Verein „Fairtrade“ in einer Pressemitteilung die Zahlen für das letzte Jahr. Stolze 27 Prozent haben Produkte aus fairem Handel 2010 in Deutschland zugelegt. So weit, so gut! Werfen Sie jetzt in der PM mal einen Blick auf das Bild rechts. Da lacht Sie als Bildunterschrift an: Fairtrade wächst auch in 2010! Noch auffälliger […]

04Mai 2011

(4.5.2011) „Wie man Dinge mit Wörtern macht“ heißt ein lesenswerter Artikel im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung vom Montag. Er erinnert daran, dass wissenschaftliche Prosa in Deutschland weiter einen schweren Stand hat. An den Unis gelte es noch immer als beinahe unanständig, außer gut zu denken auch noch gut zu schreiben. Die verquaste Wissenschaftssprache äußere sich […]

27Apr 2011

Beim Gebrauch des Adjektivs kongenial herrscht große Unsicherheit. Es wird oft gebraucht, aber ebenso oft falsch – nämlich mit genial gleichgesetzt. Was das eine vom anderen unterscheidet! (27.4.2011) Samstag war’s mal wieder soweit, kurz vor halb zwölf auf BR-Klassik. Thema: Glenn Gould. Moderatorin Ursula Adamski-Störmer spielt sich im Gespräch mit dem Pianisten Stefan Arnold  die Bälle zu, […]

26Apr 2011

(26.4.2011) Gestern lief in der ARD-Tagesschau ein Bericht über die Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg. Vor der Kamera der SPD-Landesvorsitzende Nils Schmid. Er spricht über junge Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist politisch korrekt, aber ziemlich abstrakt. Was soll man sich unter so einem Wortmonster vorstellen? Und wie lange braucht man dafür? Oder hüpft das als Politphrase zum […]

22Apr 2011

In meinen Seminaren weise ich regelmäßig auf die Tücken des so genannten Kanzleideutsches hin. Viele Substantivierungen, passive statt aktive Verbformen, schwache Verben – das sind die hervorstechenden Merkmale dieses populären Stils, der sich grässlich liest, noch schlimmer klingt und deswegen normalerweise nicht gesprochen, sondern nur geschrieben wird. Sie kennen das aus Protokollen: „Seitens Hr. Meier […]

20Apr 2011

(20.4.2011) Sonntag gelang Marcel Reif einer der schönsten Versprecher der letzten Zeit. Auf Sky kommentierte er das Spiel zwischen Bayern München und Bayer Leverkusen, das schon früh für die Münchner entschieden war. Die Leverkusener träten parallelisiert auf, stellte Reif zur Ursache fest, und die Runde lachte. Welche Parallelen zwischen der Münchner und der Leverkusener Mannschaft […]

18Apr 2011

Der Wetterbericht nach der Tagesschau pflegt eine ganz eigene Sprache. Kennen Sie eine andere Einrichtung, die von ergiebigen Niederschlägen spricht, wenn sie starken Regen meint? Ergiebig – das muss auf die Zeiten zurückgehen, in denen sich die Vorhersage nicht nur an Wochenendausflügler richtete, sondern wichtig für die Landwirtschaft war. Prasselt es die ganze Nacht, sprießt […]

11Apr 2011

(11.4.2011) Ein Phänomen geistert durch die Medienwelt – der Vizepräsident. So tauchte er auch am Freitag im Morgenprogramm des Deutschlandradios auf. Wer ist diese ominöse Person? Und was tut sie? Denn eigentlich gibt es diese Position in Deutschland gar nicht. Am Vice President – so heißt das Original – lassen sich die sinnentstellenden Folgen wörtlichen Übersetzens aus […]

01Mrz 2011

(1.3.2011) An diesem sonnigen ersten Märzmorgen sichert sich die Süddeutsche Zeitung den Preis für die verwirrendste Bildunterschrift. Wir sehen im Panorama ein Bild von der Oscar-Verleihung: Nicole Kidman strahlt in einem schulterfreien weißen Kleid mit Gwyneth Paltrow (silbernes Kleid) beim Defilée in die Kameras. Als Bildunterschrift fiel der Schreiberin ein: „Nude ist die Farbe des Abends.“ […]