Nichts ist selbstverständlich, auch keine berufsbezogenen Abkürzungen wie Zwitis. Hier tut Aufklärung not, was Zwitis sind – und wie und warum man sie benutzt.

Zwitis ist eine Abkürzung für Zwischentitel

Sehen so Zwitis aus? Metaphorisch gesehen ja. © Pixabay

. . . fragte mich diese Woche ein Autor. In einer Korrekturschleife hatte ein Kunde vorgeschlagen, eine längere Passage durch einen Zwiti zu unterbrechen. Ich gab diese Bitte ausnahmsweise an den Autor weiter. Normalerweise erledige ich die „Garnitur“ selbst, weil das im Layout leichter geht, aber in diesem Fall war es ein ziemlich fachlicher Text. Also durfte er ran – und verblüffte mich durch diese Rückfrage. Denn eigentlich denkt man ja, dass man in seinem Beruf um bestimmte Begriffe nicht herumkommen kann. Ihm war das irgendwie gelungen. Benutzt dieses Kürzel sonst keiner? Ernstgemeinte Frage, weil die Verblüffung noch nachschwingt.

Zwitis: Die nackten Fakten

Wie es ist im Leben: Sperrigen Dingen und/oder langen Wörtern verleiht der Mensch eine niedliche Abkürzung. So auch hier: Zwitis ist die Abkürzung für Zwischentitel. Das sind die „kleinen“ Überschriften zwischen Textblöcken in Lauftexten. Manche sagen Subhead. Das ist zwar englisch, bildet aber im Namen bereits die strukturelle Unterordnung unter die Head ab. Wenn man sie systematisch einsetzt, erhält ein Text Kapitel. Deswegen spreche ich gern von Kapitelüberschriften.

Man muss es nicht so sachlich sehen:

Zwitis sind Oasen in Textwüsten, schwärmt die Seite „Pfarrbriefe.de“. Damit die Wüsten sich nicht zu sehr ausbreiten, beschränke man sie auf 100 bis 150 Wörter oder etwa 700 bis 1.000 Anschläge. Das sieht meist recht gefällig aus und erleichtert den Einstieg in die Lektüre. Prägnant und knackig mögen sie sein, womit das Wüstenbild endet, und eine Kernaussage des folgenden Absatzes enthalten. Aussagekräftige Zwitis haben den Vorteil, dass sie das Querlesen unterstützen – d.h. der Leser kann schon eine zentrale Information mitnehmen, ohne den gesamten Abschnitt gelesen zu haben. Dies im Gegensatz zu phrasalen Zwitis wie z.B. Tipps und Tricks. Das ist austauschbar, vielleicht als Rubrikentitel geeignet, nicht aber als Zwischentitel im Lesersinn.

Online möge man sie bitte als h3 formatieren, weiß richtigerweise Peter Kropff, Programmierer und SEO-Experte aus Köln. So erkennt auch der Google-Bot, dass hier eine Zwischenüberschrift kommt. Ich ergänze, dass es daher immer eine gute Idee ist, ein Haupt- oder Nebenkeyword im Zwiti zu wiederholen. Gerade online sind Zwitis wichtig, weil sie dem Wischen oder Swipen entgegenkommen, das die meisten gerade mobil praktizieren.

Zwitis: Die Checkliste

Fassen wir das Wichtigste in fünf Punkten zusammen:

  • Prägnant und knackig
  • Richtiger Platz für Kernaussagen
  • Länge: Einzeilig, max. 50 Anschläge
  • Wichtig online (wg. swipen)
  • ca. alle 700 – 1.000 Anschläge inkl. Leerzeichen

Besagter Autor zeigt damit, wie sehr er in Lauftexten denkt. Ich erlebe das leider immer wieder. Was mich an meinen Beitrag darüber erinnert, warum es wichtig ist, Briefings zu befolgen.

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