Februar 2019: Es gibt ein Jubiläum zu feiern. Ein viertel Jahrhundert Schreiber. Ein kurzer Blick zurück.

April 1995: Meine erste große Geschichte aus New York.

Heute mal was Persönliches und Historisches: Anfang Februar 1994 kam ich zur BRAVO, meiner ersten Stelle als Redakteur. Die Entscheidung war glücklich, aber vielleicht hatte ich einfach nur den richtigen Riecher. Ich hätte auch zum Wiener gehen können, doch der wurde bald darauf eingestellt.

Lustig: Wie ich später erfuhr, hielt man mich in der Redaktion anfangs für einen Spion aus der Verlagsleitung. So hieß die Geschäftsführung, die u.a. die Budgets der Redaktion bestimmte und in der ich vorher gearbeitet hatte. Die Wahrheit liegt viel näher: Ich wollte doch nur glücklich sein, und glaubte, das Glück liege im Schreiben. (Nicht, dass das eine generelle Fehleinschätzung wäre, aber auch dort war nicht alles Gold.)

BRAVO-Kai goes Techno . . .

Zu der Zeit ging die Techno-Bewegung gerade durch die Decke, doch in der Redaktion hatte daran niemand Interesse. Ich hob die Hand und wurde zum Techno-Experten der BRAVO. Marusha und Westbam waren meine ersten Künstler. Vor dem ersten Marusha-Interview, von dem ich wusste, dass die Redaktion eine größere Geschichte darüber bringen würde, war ich so aufgeregt, dass ich vergaß, das Band einzuschalten. 🙂 Zum Glück hatte sich mir der Wortlaut weitgehend eingebrannt. Als ich zuhause die Malaise entdeckte, tippte ich den Inhalt des Interviews schnell herunter.

Ich traf Marusha im Holiday Inn an der Leopoldstraße. Es wurde 2012 abgerissen, heute kann man im „Schwabinger Tor“ wohnen, arbeiten und einkaufen. Auch der Askanische Hof auf dem Kurfüstendamm, in dem ich für meine Techo-Termine in Berlin gern abstieg, ist seit 2015 Geschichte.

. . . und dann nach New York

Das pralle Leben: Die BRAVO inszenierte sich als Tor zu den Stars

Das Jahr in der BRAVO lief gut. Neben der Musik schrieb ich auch Reportagen. Drogen, sexueller Missbrauch, Prostitution, junge Gläubige – es war ausgesprochen interessant, diese Doppelfunktion zu bekleiden. Und lehrreich daneben. Irgendwann im Herbst hob ich nochmals die Hand, als eine Stelle bei Edmund Brettschneider im BRAVO-Büro L.A. zu besetzen war. Im Nachhinein bin ich froh, dass es nicht klappte. Als im Februar 95 die Korrespondentenstelle in New York frei wurde, erinnerte sich der damalige Chefredakteur Gerald Büchelmaier an mein Interesse an L.A..

48 Stunden später saß ich im Flugzeug über den Großen Teich, um die Nachfolge des großen Ralph Brunkow anzutreten – der Beginn von vier unglaublich ereignisreichen Jahren als US-Korrespondent. Einer meiner ersten Termine war ein Interview mit Jon Bon Jovi. Ich konnte zu Fuß von meinem Büro an der 57. und Achten rüber zum Studio gehen, in dem er mit Richie Sambora gerade das neue Album „These Days“ mischte. Seine Band gehört zu den Acts, die ich in der Folge am häufigsten unfreiwillig live sah, gefolgt von Metallica. 😉 Wie Sie sehen, trug ich die Haare damals länger als heute – vgl. kleines Bild Mitte.

Ich danke Gerald Büchelmaier, der mich gesehen und gefördert hat, und dem Bauer-Verlag, der meine zugegeben unkonventionelle Karriere vom Verlagskaufmann zum Korrespondenten (und später noch Chefredakteur) ermöglicht hat. Was sich seitdem getan hat, steht hier.

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