Die Datenschutz-Grundverordnung verschlechtert die Bedienung meines Blogs und erschwert Interaktion und  Kommunikation. Wie die Politik mal wieder die Freiheit würgt – ein typisches Trauerspiel.

Bürokratiemonster Datenschutz-Grundverordnung

Datenschutz-Grundverordnung: Teuer und schlecht (Bildschirmfoto)

Hurra, die Politik hat wieder zugeschlagen, und zwar mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese 258 Seiten starke Bürokratie-Ausgeburt zwingt mich zu Veränderungen, die ich zugunsten der Bedienbarkeit lieber vermieden hätte und die niemandem einen Gewinn bringen außer Abmahnanwälten.

Danke, Datenschutz-Grundverordnung: Kein Facebook-Like-Plug-In mehr

So habe ich auf Anraten meines Webmasters das Facebook-Like-Plugin deaktiviert, mit dem Sie per Klick sagen konnten, ob Sie einen Beitrag mochten – ein harmloses, beliebtes, einfaches Interaktionswerkzeug für die Besucher, über das sich niemals jemand beschwert oder beklagt hat, das nichts und niemanden verrät und keinen Schaden anrichtet, außer dass Facebook weiß, dass Sie hier waren, sofern Sie bei Facebook Mitglied sind. Weg damit! Bravo: Wenn man gegen Facebook direkt nichts ausrichten kann, hier bot sich die Chance – und wurde eiskalt verwandelt.

Auch die Hürden für Kommentare wurden höher, da Sie jetzt, wenn Sie kommentieren wollen, einwilligen müssen, dass die E-Mail-Adresse gespeichert wird. Dies tun Sie bitte mit einem Klick in der Box.

Ich bedauere, dass eine beliebte Funktion entfernt werden musste und eine andere in der Bedienung komplizierter wurde. Derzeit sehe ich nur einen einzigen Vorteil: Es gibt keine Spammails mehr, sodass auch keine echten Kommentare mehr verloren gehen können, was in der Vergangenheit leider immer wieder der Fall war.

Datenschutz-Grundverordnung: Wem nützt sie (nicht)?

Von den vielen Äußerungen zur Datenschutz-Grundverordnung möchte ich zwei zitieren. Christian Sander, Geschäftsführer von MSU Berlin (einem Softwarehaus für Buchhaltungs- und Steuersoftware für das Mac-Betriebssystem) schrieb in seinem Newsletter:

Nur weil Firmen wie Facebook & Co Ihre und meine Daten im großen Stil weiterverkauft haben, haben wir alle jetzt dieses Ding an der Backe und müssen sehen, wie wir damit klarkommen.

So sieht’s aus. Und der Tweet im Bild oben bringt es ganz gut auf den Punkt, auch wenn der Hashtag falsch ist.

Wieder einmal zeigt sich, dass das, was gut gemeint ist, noch lange nicht gut sein muss. Stattdessen ist es umständlich, teuer und schreckt von Benutzung und Umsetzung ab. Ich habe sogar überlegt, ob ich den Blog wg. Kosten und Aufwand abschalten soll. Leider macht mir die Bloggerei dann doch zu viel Freude – so viel ist mir der Spaß wert.

DSGVO – Realitätstest

Ich möchte dem Brüsseler Parlament hier und jetzt meinen tief empfundenen Dank dafür aussprechen, dass mein Leben um einige Stunden Verwaltungsarbeit bereichert wurde, ich eine Rechnung im mittleren dreistelligen Bereich zahlen darf und die Interaktion im Blog wirkungsvoll erschwert wurde.

Das war eine tolle Leistung, Jungs und Mädels. Ich wünsche mir, dass Ihr mit derselben Energie den Halsabschneidern von der Abmahnmafia das Handwerk legt, den einzig wahren Profiteuren der neuen Vorschriften.

Deutlich wird: Die Politik versteht die Welt nicht mehr. Es fehlt das Verständnis dafür, dass es die User nicht interessiert. Niemand wird eine Datenschutzerklärung lesen, man wird einfach zustimmen, es wird ein rein formaler Akt. Bequemlichkeit und Schnelligkeit sind wichtiger, soviel Realitätssinn sollte sein.

Sie möchten ganz tief im Morast waten? Hier finden Sie den vollen Wortlaut der Datenschutz-Grundverordnung. Gönnen Sie sich den Klick, da lernen Sie auch gleich was über die EU. Übrigens: Dafür zahlen Sie Steuern. Dieser Blog unterhält Sie dagegen weiterhin kostenlos über medialen Sprachgebrauch. Hier geht’s zum letzten Beitrag, indem ich der Frage nachgehe, was das gern verwendete Wort ikonisch eigentlich bedeutet. Kennen Sie schon? Dann lesen Sie hier, was ikonografisch dagegen sein mag!

One Response to Danke, Datenschutz-Grundverordnung!
  1. […] und den Mut vor unternehmerischen Entscheidungen lähmt. Das zeigt sehr eindrucksvoll auch die DSGVO. Irgendeine Rechtsvorschrift kann immer verletzt werden, jede Rechtsverletzung kann teure […]


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