(1.8.2016) Und da wir gerade bei Tipps sind. Hier, was Helge Timmerberg zur Wahl des treffenden Wortes sagt:

Es gibt für alles ein Wort.Ein einziges, das es genau trifft, dann zehn weitere, die es fast genau treffen. Das richtige Wort sagt Dir fast von selbst, wenn es das ist. Das spürt Dein Bauch.

Gefunden in der lesenswerten Zeitschrift Medium Magazin, die Timmerberg in der Juli-Ausgabe ein fünfseitiges Interview gewidmet hat. (Pressemitteilung mit mehr Infos.)

Im Zusammenhang mit der optimalen Länge einer Reportage lautet seine Antwort übrigens:

12.-15.000 Zeichen, mehr nicht. Meine Sprache ist dicht, und ich habe es lieber, wenn man mit einem Satz sagen kann, was man sonst in fünf Sätzen sagen kann.

So sehe ich es auch. Ich nehme in vielerlei Hinsicht eine Verarmung des Wortschatzes wahr. Dies wirkt sich doppelt aus: Zu wenig Farbe und Präzision im Text. Neulich verwendete ich z.B. in einem Beitrag über gestapelte Pflanzenkästen das Wort Rabatte. Dem Bearbeiter auf Kundenseite war das Wort nicht (mehr) geläufig, es wurde in ein Beet verwandelt.

Wer Helge Timmerberg nicht kennt: Reporterlegende. Begründer des Gonzo-Journalismus in Deutschland. (Mehr in der Wikipedia.) Die Stichworte und Verweise sind nur geliehene Autorität, ich weiß. Aber eins kann man daraus ableiten: Timmerberg hat sich gründlich Gedanken um Wörter und Schreiben gemacht und extrem viel Erfahrung gesammelt. Das gibt seinen Aussagen originären Gehalt.

Wem es mit dem Warten auf den Bauch zu lange dauert – man kann auch nachhelfen, zum Beispiel mit dem Klassiker von A.M.Textor. Dann bleibt einem einiges erspart.

One Response to Helge Timmerberg über das richtige Wort
  1. […] ich an Uwe Kopf denke, kommt mir Helge Timmerberg in den Sinn, über den ich kürzlich bloggte – auch ein Mann mit textlichem […]


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