Bin ich gegen Anglizismen? Ist dies ein Rechtschreibblog? Die Antworten zu den beiden häufigsten Fragen zu diesem Blog münden in ein Mission Statement.

(30.12.2013) In der besinnlichen Zeit zum Jahresende möchte ich zwei Missverständnisse zu diesem Blog aufklären, denen ich im Laufe der Zeit mehrfach begegnet bin – in der gebotenen Kürze, versteht sich.

Ist es ein Widerspruch, gegen Anglizismen zu sein, aber mit „Quality Content Company“ einen englischen Claim zu haben?

Neulich sprach ich mit einem befreundeten Medienmenschen über den Relaunch der better-media-Seite. Ob es kein Widerspruch sei, in meinem Blog gegen englische Sprache im Deutschen zu einzutreten, selbst aber the Quality Content Company als Claim zu verwenden, fragte er mich.

Erstens bin ich nicht generell gegen Anglizismen. Sie lassen sich ohnehin nicht vermeiden, und manchmal sind sie unschlagbar treffsicher. Ich bin nur gegen schlechte, falsch benutzte Anglizismen. Zweitens habe ich beim better-media-Claim durchaus  deutsche Alternativen erwogen. Aber ich sicher, dass Sie mit mir über Qualitäts-Inhalts-Unternehmen lachen, weil es so viel sperriger und holpriger als die englische Entsprechung ist, zumal pro Substantiv ein Bindungs-s fällig wird. Da hat mich der bündige, mit dem harten k alliterierende englische Claim schon mehr überzeugt. Die drei Vokabel sollten jede für sich bekannt sein. Und eine inhaltlich ähnliche, sprachlich rhythmischere Zeile kam mir auf Deutsch nicht in den Sinn.

Ist dies ein Rechtschreibblog wie Bastian Sicks Zwiebelfisch?

Andere sehen in meinem Blog eine Art Zwiebelfisch. Das ist schmeichelhaft, aber nicht meine Absicht. Erstmal wäre es mir peinlich, weil plump, diese Institution zu imitieren. Dann aber habe ich einen anderen Blickwinkel: Mir kommt es nicht so sehr darauf an, auf fehlerhaftes Deutsch aufmerksam zu machen (so verdienstvoll das als solches ist). Mein Ziel ist es, die Veränderung im medialen Sprachgebrauch zu kommentieren. Was der Zwiebelfisch und ich gemeinsam haben: Wege zu gutem Stil und Ausdruck zu zeigen.

Man benutzt so viele Phrasen und Floskeln, lässt sich vom Umfeld und dem Sprachgebrauch des Kunden beeinflussen, und so gelingt es nur selten, dass man auch wirklich das sagt, was man denkt oder sagen will. (Vor allem nach der Abstimmung.) Dafür hilft es meistens, sich von Phrasen, Floskeln und Branchensprech freizumachen und zu überlegen, was inhaltlich der Punkt ist. Mir geht es daher darum, bewusst zu formulieren, sich Gedanken darüber zu machen, was man wem wie sagen will, statt gedankenlos, vielleicht sogar schludrig vor sich hin zu schreiben. Meine Erfahrung ist, dass es beim Texten erhebliche Potentiale gibt, wenn man es gut macht und gründlich nachdenkt. Umkehrt stelle ich fest, dass dies Potential oft verschenkt wird, inhaltlich und sprachlich. Hier setze ich mit dem Blog an und argumentiere am Beispiel. Denn mit Qualität kann man sich im Wettbewerb immer noch am besten behaupten.

Allen, die diesen Blog lesen und kommentieren, danke ich für ihr Interesse, und hoffe, dass sie auch im kommenden Jahr wiederkommen. Guten Rutsch!

Mehr zur Idee dieses Blogs.

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