Das Adjektiv komplett ist medial auf dem Vormarsch. Wo man es findet, was es bedeutet und welche Alternativen es gibt.

Wortgebrauch unterliegt Moden, Wörter liegen im Trend – oder eben auch nicht. Neben dem Adjektiv massiv (wie in massive Kritik, massiver Stellenabbau, massive Gefahren) ist das Adjektiv komplett massiv auf dem Vormarsch. Es verdrängt oder ersetzt ganz, völlig und vollständig.

Die Häufigkeit frappiert. Hier fünf Beispiele, nur vom 7. Februar, nur von Spiegel Online:

  1. Ab 1. Juli wird Lufthansa sich komplett aus dem Flächengeschäft zurückziehen – also ganz.
  2. Dass ich eine Torte komplett wegwerfen muss, kommt eigentlich nie vor. (Dass ich eine ganze Torte wegwerfen muss . . .)
  3. Allerdings war der Onlinezugang nicht komplett blockiert. (Er war nicht völlig blockiert.)
  4. Ein Dorf wurde fast komplett zerstört. (Es wurde fast vollständig zerstört.)
  5. Nach einiger Zeit sind Hautunreinheiten komplett verschwunden. (Sie verschwanden ganz, völlig oder vollständig.)

Nichts ist an diesen Sätzen falsch – aber die Zunahme fällt auf und soll deswegen notiert sein. Und dem Ästheten missfällt die Einseitigkeit – es gibt gleichwertige Alternativen. Hoffentlich verschwinden sie nicht komplett.

Anders liegt der Fall bei massiv – das bedeutet eigentlich etwas anderes.

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