Giffen wurde Wort des Jahres in den USA, befeuert von der wachsenden Popularität auf Tumblr. Wird auch Deutschland bald giffen?

(19.12.2012) Heute blicken wir zur Abwechslung über den Tellerrand, und zwar weit nach Westen, in die USA. Dort kürte, vor etwa vier Wochen schon, die Oxford University Press, Herausgeber verlässlicher Wörterbücher, giffen zum Wort des Jahres. Sie lesen richtig: Giffen, nicht kiffen. Wenn mich mein Instinkt nicht ganz täuscht, werden wir dieses Verb auch schon bald bei uns in Deutschland im Munde führen.

Worum geht’s? GIF ist ein Bildformat, so wie jpg oder tiff.  Die Abkürzung steht für Graphics Interchange Format, eine 20 Jahre alte Erfindung, die sich gut dafür eignet, Bilder zu animieren. Das Verb giffen bezieht sich auf die vielen kreativen Nutzer des Microbloggingdienstes Tumblr, die dort Sachverhalte in animierten Bildern oder Grafiken darstellen – bevorzugt als GIF.

Tumblr, der populäre Ort . . .

Der Aufstieg des GIF-Format 2012 zeichnete sich erstmals im Januar ab, als die New York Public Library zu einem Wettbewerb aufforderte, aus ihrem Bildbestand Animationen zu kreieren und im Netz zu verteilen. 40.000 Kreationen wurden geschaffen. Tumblr verzeichnete im März seinen 20-millionsten Eintrag (nur in dem Monat), bei knapp 50 Millionen gehosteten Blogs. Wie die Oxford Dictionaries Press in ihrem Blog schreibt, waren im weiteren Jahresverlauf die Olympischen Spiele in London und zuletzt die amerikanische Präsidentschaftswahl Ereignisse, die zu zahllosen GIFs animierten, vor allem auf Tumblr, wo livegiffen anscheinend der neue Volkssport geworden ist.

. . . für kreative Collegestudenten

Vielfach von Teenager und Collegestudenten frequentiert, finden sich auf Tumblr originelle Einfälle wie Kim Jong Il looking at things, ein Blog, der nichts anderes tut, als die in stoischer Mimik absolvierten Auftritte des toten nordkoreanischen Diktators  zu dokumentieren. Die stets ausdruckslose Miene ist wirklich köstlich.

Auf den Plätzen der US-Wahl übrigens auch Yolo, das in Deutschland zum Jugendwort 2012 gewählt wurde. Die Amerikaner charakterisieren es als Erklärung für impulsives oder verantwortungsloses Verhalten.

Und jetzt wieder weiterlöffeln – z.B. beim deutschen Wort des Jahres 2012.

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