Potus und Flotus – die beiden Worte klingen spaßig, bezeichnen aber etwas sehr Großes, sehr Ernstes und ein Paar. Sie haben jedoch weder mit Kreti und Pleti noch mit Pontius und Pilatus zu tun. Was sie bedeuten und wie sie entstanden.

Trumpismus-Wortspiel-US-Präsident

Die Trumpomania fehlt noch – wohl noch mangels Anhängern.

(6.10.2012, aktualisiert am 16.6.2018) Wenn Sie wie ich beruflich mit Suchmaschinenoptimierung zu tun haben, dann wissen Sie, dass es in der Abwägung der Frage, ob man die starken oder schwachen Artikel stärken soll, um ihr Ranking zu verbessern, nur eine Antwort gibt: Die Starken stärken. Denn mit den Schwachen gewinnen Sie auch dann keinen Blumentopf, wenn Sie sich verbessern, da Sie mit ihnen von vornherein auf verlorenem Posten stehen. Sie mögen relativ steigen, doch die erste Seite werden Sie nicht erreichen. Und dahin wollen wir doch alle.

Trump ist ein Potus

Zugleich gehört es zur selbst gesetzten Aufgabe dieses Blogs, mediale Veränderung festzuhalten. Seit in den USA Donald Trump an der Macht ist, haben die deutschen Medien eine neue Lieblingsbeschäftigung: den Präsidenten zu dissen. Was immer Trump tut, wir können sicher sein, dass die Journalisten etwas an ihm auszusetzen haben. Noch nie hat ein US-Präsident so viele herablassende Wortspiele auf sich gezogen, wie ich letztes Jahr dokumentierte. Ich kann mich erinnern, wann das letzte Mal so viel Hohn und Spott über einen US-Präsidenten ausgeschüttet wurden: Das war in den Achtzigern während Reagans Regentschaft. Die Tatsache, dass jemand aus Hollywood den Sprung ins Weiße Haus geschafft hatte, ließ den Reportern und Kommentatoren damals keine Ruhe. Ein Schauspieler? Ohne künstlerische Verdienste? Den konnte man nicht ernstnehmen, der Weltuntergang schien nah.

Für mich hat das einen angenehmen Nebeneffekt, denn es bedeutet, dass sich mehr Leute für die Bedeutung des Begriffes Potus interessieren. Dieser bescheidene, kleine Beitrag, den Sie gerade vor sich haben, hat sich im Laufe der Zeit zu einem der meistgeklickten dieses Blogs entwickelt. Es begann mit Obama, doch erst Donald Trump und seine polarisierende Natur haben ihm zum Durchbruch verholfen. An der Börse würde man von einem Langläufer sprechen, der Beitrag rankt auf der ersten Seite, wenn Sie Potus und Flotus suchen, und ich mag das. Daher habe ich beschlossen, den Beitrag nochmal zu pimpen, denn es gibt interessantes Hintergrundwissen. Aber nun erstmal zum damaligen Beitrag.

Potus und Flotus in der Serp

Treppchenplatz: Potus und Flotus ranken auf Platz 3

Potus: Notiert unter Obama

Heute morgen (6.10.2012) las ich in der Süddeutschen über den Wahlkampf in den Vereinigten Staaten. Demnach gibt es sogenannte Pooler oder Pool Reporter, die den Präsidenten Obama und seine Frau auf Schritt und Tritt begleiten und über jede Kleinigkeit Bericht erstatten.

In diesem Bericht kamen zwei mir unbekannte Wörter vor: Potus und Flotus. Wissen Sie, was das ist? Oder genauer: Wer das ist? Die niedlich klingenden Akronyme stehen für

President of the United States

und

First Lady of the United States.

Ab und an wird auch über den Vizepräsidenten Joe Biden berichtet, das ist dann der VPotus (gesprochen: Wiepotus).

Potus: Entstehung und Ursache

Nun zur Aktualisierung: Wie ich bei Merriam Webster nachlas, findet sich die erste Erwähnung des Potus bereits 1895. Das Datum ist dabei weniger spannend als der Grund für die Entstehung der Abkürzung. Wieder einmal liefert ihn eine Kombination aus Technik und Ökonomie. Damals telegrafierte man noch, jedes Zeichen war wertvoll (im Gegensatz zum Internetzeitalter) und es wurden Zeit und Zeichen gespart, wo man nur konnte, denn jeder Buchstabe musste in das Morsealphabet übersetzt werden. President of the United States kommt auf 30 Zeichen (mit Leerzeichen, das beim Morsen ein Schrägstrich ist), Potus auf fünf. Sie sparen durch das Akronym satte 83 Prozent. Das nenne ich Effizienzsteigerung. Der weitere Verlauf der Geschichte zeigt übrigens, dass Politik lange Männersache war: Flotus folgte demnach erst in den Achtzigern mit, Achtung, Nancy Reagan, womit sich mit Blick auf diesen Beitrag ein Kreis schließt.

Zurück ins Jahr 2012: Das Charmante ist die Endung auf -us, die an, nochmal Achtung, spätrömische Dekadenz (damals ein böses geflügeltes Wort) erinnert, damit aber, wie wir nun wissen, nichts zu tun hat. Ein Brutus wurde noch nicht gesichtet. Pontius und Pilatus ebensowenig. Und Kreti und Pleti sind ganz was anderes.

Mehr Einträge über Akronyme. (Notiz für mich: 200. Eintrag)

5 Responses to Kennen Sie Potus und Flotus?
  1. […] Secret Service, jener Organisation, die für den persönlichen Schutz des Präsidenten und seiner Frau zuständig ist. Hier wurde gleich doppelt gesagt, dass eine Frau die Spitzenposition übernommen […]

  2. […] Hier geht’s weiter zu Männern, die in der Mehrzahl zu Leuten werden. Und hier zu einem Rätsel um den US-Präsidenten, das Sie vielleicht noch nicht kennen: Was sind Potus und Flotus? […]

  3. […] stieß ich in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung auf ihn und schrieb dazu einen Artikel hier im Blog, um die Bedeutung dieses englischen Akronyms zu erklären, das zunehmend häufiger in deutschen […]


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