(20.5.2012) Bis vor kurzem dachte ich, die Tendenz, Adjektive auf -bar statt -lich enden zu lassen, hätte ich abgeschlossen. Aber jetzt ist noch ein schönes neues Beispiel aufgetaucht. Ausgelöst hat es der Tod Dietrich Fischer-Diskaus; dessen

Ruhm als Sänger sei weltweit nicht erschütterbar,

heißt es im gestrigen Nachruf des SZ-Feuilletons.

Hier zeigt sich das Tempo der Veränderung. Denn während manches Adjektiv auf -bar schon im Duden gewürdigt wird, hat erschütterbar ebenso wie unerschütterbar noch keinen Eintrag. Seine Verneinung wird nur als Synonym für fest gegründet genannt. Populär ist das Wort noch nicht gerade: Google gibt erst 12.600 Treffer (Stand heute) aus, für unerschütterbar sogar noch weniger: 5.410.

Den Gebrauch nennt der Duden gehoben veraltet. Vielleicht hatte der Schreiber also nur eine nostalgisch-verklärende Anwandlung, im Zusammenhang mit einem Nachruf? Wie der geneigte Leser sich denken kann, ist meine Ruhe in dieser Frage unerschütterlich (732.000 Google-Hits). Solange es bedeutet, sich durch nichts erschüttern zu lassen, wäre es hier erste Wahl gewesen.

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