(4.4.2011) Freitag machte die Süddeutsche Zeitung ihren Wirtschaftssteil mit dem Schrotteuro-Recycling in China auf. Über die logistischen Details heißt es:  „Der merkwürdige Geldkreislauf wäre ohne eine Reihe von männlichen Flugbegleitern nicht möglich gewesen.“ Der Dativ „eine Reihe von“ ist hässlich und weit verbreitet, aber geschenkt, obwohl „eine Reihe männlicher Flugbegleiter“ eleganter gewesen wäre. Schlimmer ist die Tautologie „männlicher Flugbegleiter“; wäre der Flugbegleiter weiblich, stünde Flugbegleiterin im Text. Klassisch tautologisch gibt diese Fügung – wie der schwarze Rappe – einen Sachverhalt doppelt wieder.

Vielleicht beruht die Geschichte auf einem englischen Agenturtext, denn im Englischen ist der Flugbegleiter neutral ein flight attendant. Er kann erst durch den Zusatz male oder female als Mann oder Frau identifiziert werden, und das wird gern mit übersetzt – sicher ist sicher. Das Phänomen ist bekannt, wenn alljährlich die Grammys verliehen werden. Aus der Kategorie female singer wird im Deutschen ebenso doppelt gemoppelt gern die weibliche Sängerin. Oder wollte der Autor etwa sagen, dass keine Frauen unter den Tätern waren, da das Wort Flugbegleiter in der Mehrzahl Männer und Frauen umfassen kann? Zu spät. Die Ausrede gilt nicht mehr, seit die Damen ein Recht auf einen eigenen Plural haben – die Gleichstellung hat uns Flugbegleiterinnen beschert.

3 Responses to Doppelt gemoppelt (1): der männliche Flugbegleiter
  1. Coolinnen!

    Miki

  2. […] zum Thema? Vor einiger Zeit schrieb ich über die schöne Geschichte von den männlichen Flugbegleitern. Und eine grundlegende Kritik an der geschlechtsneutralen Straßenverkehrsordnung gibt es auf […]

  3. […] anderen Ursprung haben die weibliche Sängerin und der männliche […]


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