(5.2.2011) Aus der Abteilung: Sätze, die wir dreimal lesen müssen, um sie zu verstehen. Süddeutsche Magazin, Heft 5/11, S. 12, Reportage über zwei abgestürzte Bergsteiger:

„Das Unglück, das die Gruppe ereilte, war nicht grausamer als die vielen anderen, die sich an dem Berg, der die meisten Todesopfer weltweit fordert, regelmäßig abspielen, allein im Jahr zuvor waren mehr als fünfzig Bergsteiger am Mont Blanc gestorben.“

Nur zwei Hinweise sind zu beherzigen, und schon ist der Mont Blanc auch ohne sprachliche Nöte zu besteigen:

1. Keinen Relativsatz im Relativsatz (keinen „der die meisten Todesopfer“-Teil hinter „die sich an dem Berg . . .“)

2. Mach mal nen Punkt. Dann sieht man auch, wie unglücklich es ist, wenn sich Unglücke abspielen.

Und schon lässt sich so ein Unglück vermeiden. Läse sich dann so:

„Das Unglück, das die Gruppe ereilte, war nicht grausamer als die vielen anderen, die sich an dem Berg regelmäßig abspielen. Der Mont Blanc fordert die meisten Todesopfer weltweit, allein im Jahr zuvor starben dort mehr als fünfzig Bergsteiger.“

Und ein sperriges Plusquamperfekt spart man sich auch.

3 Responses to Keinen Relativsatz im Relativsatz oder: Mach mal nen Punkt!
  1. […] Die Krönung der Verquasung ist der Schachtelsatz. Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Stil abgelegt und mit 2013, Einstieg, Reportage, […]

  2. […] Dem Relativsatz widmete ich einen meiner ersten Einträge – damals ging es um einen Relativsatz im Relativsatz. […]

  3. […] first-Gedanken, der einem ja auch für die SEO eingebimst wird. Über Relativpronomen gibt es in einem der ersten Beiträge noch mehr. Share on FacebookShare on Google+Share on LinkedinShare on Xing 2017, 2018, […]


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