Tipps

22Apr 2017

Warum das „wir“ beim redaktionellen Texten ein schmaler Grat ist. Immer wieder liest man in Intros und Teasern, dass „wir“ dies und das meinen, empfehlen oder raten – vgl. das Intro aus der aktuellen TELEKOM_LIFE-Ausgabe. Ich halte das für ein gewagtes Spiel: Gut gemeint – Schulterschluss mit dem Leser, auf Augenhöhe begegnet und abgeholt, persönlich […]

17Apr 2017

Der Verein deutsche Sprache bietet einen nützlichen Helfer: Den Anglizismenindex. Nach einer vorösterlichen Pause geht’s hier weiter, heute mit einem kurzen Hinweis auf eine praktische Arbeitshilfe. In letzter Zeit habe ich viel über Anglizismen geschrieben. Mich selbst stört daran, dass es jeweils nur einzelfallweise geschehen kann, meist nur über einen, manchmal zwei oder drei Anglizismen pro […]

23Mrz 2017

Von violetten Duftnoten und dem Denken beim Schreiben und Lektorieren. (23.3.2017, Nachtrag 26.3.2017) Lesen bildet, heißt es. Dem würde ich nicht widersprechen. Doch zuviel Lesen bekommt auch nicht immer, denn offenbar schläfert es ein und fördert die geistige Trägheit. Klingt hart, weiß ich, aber hier kommt der Fall, bitte anhören. Ich lese gerade eine Neuerscheinung aus dem Verlag Nagel & Kimche, […]

16Mrz 2017

In eng getakteten Online-Redaktionen muss oft eine unklare Nachrichtenlage überbrückt werden. Das hat Konsequenzen fürs Zeilenmachen. Doch statt sperriger Füller wie „offenbar“ oder „vermutlich“ gibt es eine elegante Lösung: Die Frage. Vier aktuelle Beispiele. Das Nachrichtengeschäft  ist online enorm schnell geworden. Häufig lässt sich das Ergebnis der Ereignisse nicht abwarten, vorab muss über den Stand der Geschehnisse berichtet […]

09Mrz 2017

Sport trifft Arbeitsrecht trifft Medien: Warum man sich trennt, wenn jemand entlassen wird. Am Wochenende kam es in Fußballbundesliga zu einem Trainerwechsel: Roger Schmidt musste in Leverkusen gehen. Ein Routinevorgang, traurig zwar, aber an der Tagesordnung, wenn es nicht läuft. Und das tut es derzeit nicht. Aufgreifen möchte ich die Berichterstattung. Vorbildlich war zur Abwechslung am […]

10Feb 2017

Warum Stühle, Bücher oder Besen kippen können (und Schnäpse gekippt werden), aber keine Gesetze. Diesen Beitrag hätte ich schon vor fünf Jahren schreiben können. Das wollte ich auch, doch andere Themen waren jeweils dringlicher. Doch jetzt ist es soweit. Und Achtung, das folgende Beispiel ist beliebig, der allgegenwärtige amerikanische Präsident ist NICHT das Thema, sondern […]

30Jan 2017

Einmal ist kein mal? Doppelt genäht hält besser? Bei der Zeit folgen zwei Präpositionen direkt aufeinander, und das gleich zweimal hintereinander. Ich versuche nach Kräften, im Blog nicht zu Bastian Sickesk zu erscheinen. Doch manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass es abseits von Trends und Entwicklungen um eine schlichte Stilfrage geht. Zum Beispiel hier, bei diesem Fundstück […]

13Jan 2017

Uwe Kopf ist tot. Sie fragen, wer das war? Ich kannte ihn auch nicht persönlich, aber er hat mich ein paar Jahre lang begleitet, damals Ende der Achtziger, als er Textchef und Kolumnist bei Tempo war, während ich noch gar nicht schrieb, sondern nur las. Seine Geschichten waren Höhepunkte der Lektüre, besonders die Miniaturen: die Plattenbesprechungen […]

06Jan 2017

Willkommen Nafri als erstes neues Wort 2017. Was es bedeutet, warum es so einen Wirbel machte, und wie man es textlich betrachten kann. Das neue Jahr war kaum ein paar Stunden alt, da konnten wir schon ein neues Wort begrüßen: Nafri. Was ist das? Ein nordafrikanischer Intensivtäter. Benutzt und damit in die Welt gebracht hat es die Kölner […]

29Dez 2016

2016 verarmte die Sprache in den Redaktionen weiter. Die Standardreaktion auf schlechte Nachrichten waren Empörung und Entsetzen. Dabei bieten sich zahlreiche Alternativen an. (29.12.2016, Nachtrag 17.01.2017) Wenn ich die Nachrichtenportale in diesem Jahr besucht habe, herrschten zwei emotionale Reaktionen vor: Entweder empörte man sich, oder man sprach von Entsetzen. Selbst einfachste PR-Geschichten konnten diese starke emotionale Reaktion hervorrufen. […]