Kurz spontan außerhalb der großen Beiträge reingeschossen:

Weißfleischige Plattpfirsiche

verheißt diese Woche ein Schild in der Obst- und Gemüseabteilung meines Lidls, das ich vorhin beim Einkaufen sah.

Klingt das nicht herrlich vollmundig? Beinahe hätte ich eine Packung gekauft, weil es so verlockend klang. Und dabei mache ich mir nicht mal viel aus Pfirsichen. Läuft Ihnen angesichts dieser Verheißung auch das Wasser im Mund zusammen? Woran liegt das?

Die Sprache kommt zum Tragen – neben der inhaltlichen Ankündigung von Nahrung und Genuss in Form von Fleisch und Pfirsichen.

Da ist der verstärkend wirkende, doppelte Gleichklang auf -ei: Weiß und fleischig.

Sie kommt zum Tragen, weil hier ganz konkret der Gegenstand benannt wird. Es wird nicht abstrahiert, indem der Texter auf Obst und Gemüse geht (um nur ein Beispiel für eine Verallgemeinerung zu nennen, die noch bildnah, aber eben nicht mehr ganz präzise eine Art bezeichnet.)

Und dann sind es nicht irgendwelche Pfirsiche, sondern Plattpfirsiche. Die beiden Ps bilden einen Gleichklang, fachsprachlich Alliteration. Die Präzisierung der Sorte erweckt zudem den Eindruck, es handele sich um besonders hochwertige Früchte.

Gut gemacht. Ein Text, der seinen Zweck bewirkt, kann manchmal richtig Freude machen, und sei er noch so kurz. Der hier ist so gut, so bildstark, nah und inspirierend, das man gar kein Bild mehr braucht.

Hier geht es zur Anpreisung von Trauben der Marke Seedless Superior.

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