Fake News: Anglizismus des Jahres 2016

Relevant, prägnant, neu: So sieht ein Gewinner aus (© Veranstalter)

(1.2.2017) Anglizismus des Jahres 2016 sind die Fake News, gefälschte Nachrichten, die vornehmlich in sozialen Netzen kursieren. Begründet wird das erstens mit der starken Präsenz in der Öffentlichkeit und zweitens damit, dass dieses Lehnwort durch kein existierendes deutsches ersetzt werden kann. Nur Fake News würden den Vorsatz des Fälschens beinhalten. Mir leuchtet nicht ein, warum das deutsche Äquivalent Falschmeldung keinen Vorsatz enthält, sondern nur Versehen oder Fahrlässigkeit. Und was ist mit der guten, alten Propaganda? Da wurde mit Lust vorsätzlich geflunkert. Aber sonst: Kann man machen.

Fake News sind zwar noch recht neu, sie kamen erst ab November 2016 im Zusammenhang mit postfaktisch auf. Aber endlich wurde wieder ein relevanter, prägnanter Begriff  mit Unterscheidungskraft ausgezeichnet.  Eine ausführliche Begründung finden Sie im Sprachlog. Interessant ist noch, dass  sowohl Jury als auch Publikum die Fake News favorisierten. Soviel Einigkeit ist selten und vielleicht ein Bonuspunkt.

Brexit auf den Plätzen
Ich habe den Brexit favorisiert, nicht als Kofferwort, sondern als eigenständigen Begriff. Der Brexit erfüllt ebenfalls die Kriterien Relevanz und Prägnanz, war aber schon früher da und konnte sich daher noch breiter entfalten. Er erreicht im Wettbewerb Platz vier.

Hier mein Eintrag zu Blackfacing, dem Anglizismus des Jahres 2014, bei dem ich mich noch so sehr ärgern musste, dass ich die Refugees Welcome-Ehrung des letzten Jahres umkommentiert ließ.

2016

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One Response to Echt wahr: Fake News Anglizismus des Jahres
  1. […] sondern sogar einen Filmbeitrag wert (bei 11:46). Etliche habe ich schon hier im Blog behandelt: Fake News, postfaktisch oder queer z.B. Auch Spiegel Online berichtete neben zahlreichen […]


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