Keine Selbstverständlichkeit: Die Überschrift

Überschrift in Anzeigenblatt (Ausschnitt): Eine Selbstverständlichkeit?

Wolf Schneider und Detlef Esslinger stellen an die Überschrift in ihrem gleichnamigen Buch fünf Anforderungen. Sie soll erstens eine klare Aussage haben; zweitens eine zentrale Aussage des Textes sein, ihn drittens nicht verfälschen, viertens korrekt, leicht fasslich und unmissverständlich formuliert sein, und schließlich fünftens einen Lese-Anreiz bieten.

Das sieht in der Praxis schon mal anders aus. So nahm ich neulich unser lokales Anzeigenblatt aus dem Briefkasten. Auf dem Titel prangte die Überschrift: Eine Selbstverständlichkeit. Wie jetzt: Was war selbstverständlich? Etwa, dass da eine Überschrift stand? Oder hatte der Autor versehentlich Blindtext stehen gelassen?

In der Geschichte ging es um die Schirmherrschaft der Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss über das Kinderprojekt KiTz des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Im Text dann ca. 100 Zeilen über die Notwendigkeit der Einrichtung, belegt mit Zitaten der Mitarbeiter, bevor im vorletzten Absatz endlich die Ahnung des Lesers Gewissheit wird. Sie halte es für eine Selbstverständlichkeit, wird Theiss als Ausstieg zitiert, bei so einem Projekt mitzumachen.

Das hätte der Autor in der Überschrift wenigstens mit Anführungsstrichen andeuten können – so blieb es lange eine Vermutung. Wir ahnen auch sein Dilemma: Wenig Platz bei erklärungsbedürftiger Prominenter und ebensolchem Projekt. „Theiss beim ASB“ oder „Theiss für KiTz“ hätte indessen vom Platz her gepasst und die fünf Kriterien erfüllt. Die Überschrift – nicht überall eine Selbstverständlichkeit.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Tipps abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten auf Keine Selbstverständlichkeit: Die Überschrift

  1. Lasse sagt:

    Aufschlussreiche Informationen! Ich werde mich damit mal intensiver beschäftigen! Warte auf weitere Eintraege!

  2. Jacken Bench sagt:

    Ich konnte zwar den den Link zum RSS Feed gefunden, ist die Seite aber auch auf Facebook ? Ich will gerne ueber Facebook auf dem neusten Stand bleiben.

    • Kai Bargmann sagt:

      Danke für Ihr Interesse.
      Erinnern Sie sich noch an MySpace? Ich habe mich daher lieber für einen unabhängigen WordPress-Blog entschieden.
      Was spricht gegen den RSS-Feed?

  3. Pingback: Gelungene Ein-Wort-Überschrift in der BILD | better media

  4. Pingback: Headline dringend gesucht! | better media

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>