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Struktur, Zielgruppe, Empfängerhorizont: Wie kommt der Content zum Kunden? Mehr

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23Feb 2017

Im ersten Quartal 2017 sind ein paar schöne Projekte fertig geworden: Smart! wurde online und Print gerelauncht, eine neue AuWi-im-Fokus-Ausgabe kam heraus. Besonders freut mich ein weiterer Preis für Telekom_Life.

Smart-G+D-1-17

Relaunch in Kooperation mit KMS: Smart!, das Kundenmagazin von G+D Mobile Security

In der Branche gibt es regelmäßig Schulterblicke für die Kunden, heute einen bei mir. Aus gutem Grund: Zum Ende der ersten zwei Monate 2017 wird es Zeit für eine erste Bilanz. Es entstanden drei neue Projekte, die sehr arbeitsintensiv waren, dafür aber auch sehr schön geworden sind.

Relaunch Smart!
Smart! ist das Kundenmagazin von G&D Mobile Security, das sich in englischer Sprache an die Geschäftskunden aus Mobilfunkanbietern, Banken und Finanzdienstleistern sowie Erstausrüstern wendet. Die Ausgabe 1/17 erschien gedruckt im klassischen Zeitungsformat und online. Es war keine gewöhnliche neue Ausgabe, sondern ein vollständiger Relaunch zum Mobile World Congress in Barcelona in Zusammenarbeit mit KMS, die die Optik passend zur neuen CI von G&D Mobile Security entwickelten. Erstmals arbeiteten wir mit einem Stab internationaler Autoren von vier Kontinenten, den ich im letzten Herbst akquiriert habe.

Außenwirtschaft im Fokus

Auwi-im-Fokus-1-17

Fokus auf die bayerische Exportwirtschaft: Was geschieht nach der Öl-Ära?

Ende Januar erschien bereits die neue Ausgabe von AuWi im Fokus, einem meiner Lieblingsprojekte. Zweimal im Jahr berichtet das Magazin über die bayerische Exportwirtschaft. Das ganze Magazin finden Sie auf der Website von Bayern International, der Exportförderungsgesellschaft des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Neben der Funktion als Chefredakteur habe ich auch zwei Geschichten beigesteuert, eine davon eine Reportage über den fränkischen Unternehmer Ralf Scheid, Entwickler einer 3D-App, die sogar Apple neidisch macht.

Mercury für Telekom_Life
Zum Schluss noch eine Meldung über einen weiteren Preis.  Telekom_Life, das Online-Magazin für die Telekom-Bestandskunden, wurde mit einem  Mercury 2016/17 in der Kategorie Digital Customer Magazin ausgezeichnet. Eine Ergänzung folgt, sobald die Urkunde angekommen ist und die Begründung der Jury vorliegt. Aktuell arbeiten wir an Ausgabe 1-17 mit ET 23.3.17.

Diese drei Projekte entstanden in Kooperation mit und im Auftrag von Journal International, The Home of Content. Telekom_Life wurde auch im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Womit, erfahren Sie hier.

15Feb 2017

Wie kein anderer US-Präsident zuvor fordert Donald Trump die Medien heraus. Auf dessen Persönlichkeit und Politik reagieren sie mit bissigen Wortneuschöpfungen. Die kommentierte Top 5.

Trumpismus-Wortspiel-US-Präsident

Voll im Trend – Wortspiele auf den US-Präsidenten Donald Trump (Bildschirmfoto)

(15.2.2017, Nachtrag 16.2.2017) Jetzt aber schnell, bevor die Welt untergeht – oder die erste Woge der Empörung und des Entsetzens wieder abebbt. Wohl nie zuvor in der jüngeren Vergangenheit hat ein amerikanischer Präsident die Medien so gegen sich aufgebracht. Diese Abneigung äußert sich nicht nur in flammenden Analysen, sondern befeuert auch die Schaffenskraft der Wortschöpfer. Seit Trumps Amtsantritt vergeht kein Tag ohne neue Aufregung – man möchte meinen, der Antichrist, Verzeihung, der Antitrump sei auferstanden.

Dabei werden regelmäßig neue Wörter geprägt. Was sie alle gemeinsam haben: Es handelt sich durchweg um Kofferworte, also Zusammensetzungen aus Trumps Nachnamen und anderen Begriffen. Hier der Überblick in Form einer Top 5:

1. Trumponomics

Trumponomics sind schon recht weit verbreitet, auch weil es sie schon länger gibt. Sie finden sich bereits seit Ende letzten Jahres, also noch vor dem Amtsantritt, in großen Tageszeitungen wie der Welt oder der FAZ, aber auch in englischsprachigen Medien wie dem Economist. Damit ist die Drohung mit Importzöllen und Dollarverbilligung gemeint, um den USA Wettbewerbsvorteile auf den Weltmärkten zu verschaffen und Konkurrenten Nachteile auf dem US-Markt zu bescheren. Das Ziel: Kurzfristig mehr Beschäftigung auf dem einheimischen Markt zu erreichen. Die Trumponomics kommen bereits auf stattliche 581.000 Treffer bei Google. (Stand 15.2.2017)

2. Trumpocalypse

Die Trumpocalypse tauchte auch schon Ende des letzten Jahres auf – die Fantasien wurden offensichtlich sehr schnell sehr düster. Als Fundstelle sei hier der Stern genannt, der damit im November 2016 den finalen Abgesang herbeischrieb. Auch hier sichert frühe Entstehung weite Verbreitung: 310.000 Google-Treffer stehen am 15.2.2017 zu Buche.

3. Trumpelstilzchen

Das Trumpelstilzchen hat der Cicero zu bieten, um den cholerischen Charakter des US-Präsidenten zu beschreiben. Magere 1.390 Treffer deuten auf eine geringe Bedeutung und Durchsetzung hin.

4. Trumpophilie und Trumphophobie

Trumpophilie und Trumphophobie, also Vorliebe für und Abneigung gegen den US-Präsidenten, verwendete Robert Halver, ein führender Bankmanager, in seiner Aktienmarkteinschätzung auf Linkedin. So leicht das Pärchen von der Zunge geht, so gering ist es noch verbreitet: Nur gut 500 Treffer auf Google.

5. Trumpismus

Wo es gegen Trump geht, sind die tapferen Schreiber von Spiegel Online nicht weit und glänzen mit kreativen Würfen. Zur Neuschöpfung Trumpismus brillierte man jüngst mit der Schlagzeile

Trompeten des Trumpismus

(siehe Bildschirmfoto), womit man zugleich das neugeschaffene Wort mit einer Alliteration verknüpfte. Zum Trumpismus, für den Google am 15.2.2017 immerhin 61.000 Treffer listet, fand ich eine frühe Fundstelle in der FAZ. Bereits am 4.8.2015, kurz nachdem Trump angekündigt hatte, bei den Vorwahlen anzutreten, definiert man dort Trumpismus markig so:

Steinreich, rotzfrech und ein Ego, so groß wie seine Wolkenkratzer.

Und man war  im selben Atemzug der Meinung, Trump würde niemals Präsident werden. Die Anmerkung sei erlaubt: Welch Fehleinschätzung! Soviel zur Qualität in Qualitätsmedien. Hübsch auch das Vokabular im Artikel: „Ekelpaket“, „Kotzbrocken“ – wow, die gutbürgerliche FAZ kann auch proletarisch. Ich staune und frage mich, ob nicht Zurückhaltung angezeigt wäre, bevor man sich inhaltlich und stilistisch derart verreitet.

Nachtrag, 16.2.2017: Einen hab‘ ich noch, diesmal Spiegel Online: Trumpeltier. Da muss man – im Gegensatz zu Trumponomics oder Trumpohilie – nichts mehr erklären, das Bild ist jedem klar. Nicht ohne Witz, aber auch ohne jeden Respekt vor dem Amt oder dem Mann. Im Gegensatz zu den bisherigen Beispielen ist das Trumpeltier auch kein Kofferwort, sondern nur ein Vokaltausch (a gegen u), insofern gewöhnlicher.

Warten wir ab, was sich davon verfestigt, was verschwindet und was Neues hinzukommt. Der einzige andere Präsident, der ein Wortspiel mit seinem Namen prägte, war Ronald Reagan. Das Kofferwort Reagonomics bezeichnete die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik der Achtziger, nach der sinkende Steuersätze durch steigende Steuerehrlichkeit zu höheren Staatseinnahmen führen sollten.

Was den US-Präsidenten sonst angeht, wissen Sie, was Potus und Flotus sind?

10Feb 2017

Warum Stühle, Bücher oder Besen kippen können (und Schnäpse gekippt werden), aber keine Gesetze.

besetz-kippen-spiegel-online

Der Bilderrahmen hängt schief, wenn ein Verbot kippt.

Diesen Beitrag hätte ich schon vor fünf Jahren schreiben können. Das wollte ich auch, doch andere Themen waren jeweils dringlicher. Doch jetzt ist es soweit. Und Achtung, das folgende Beispiel ist beliebig, der allgegenwärtige amerikanische Präsident ist NICHT das Thema, sondern es geht mir um das Verb der Schlagzeile: kippen.

US-Demokraten wollen Trumps Einreiseverbot kippen

titelte Spiegel Online kürzlich einen Beitrag. (s. Bildschirmfoto)

Der Trick mit der Tonalität

Warum geht es mir um das Verb? Es ist ein Beispiel für die sog. Tonalität, das Sprachniveau, das ich für ein Medium oder einen Beitrag in ihm wähle. Die Tonalität muss, wie man so schön (oder schlecht) sagt, stimmig sein. Damit ist einheitlich gemeint, wenn man es nicht im Germanistenjargon formulieren will. Und das heißt, alle Bestandteile eines Satzes, die Summe der Sätze in einem Beitrag sowie die Summe der Beiträge eines Mediums sollen idealerweise wie aus einem Munde klingen. Für diese Blattsprache sorgt in einem größeren Medium wie Spiegel Online ein Textchef; u.a. vereinheitlicht er die Eigenheiten der beteiligten Autoren. Doch wie das Beispiel zeigt, kann die Tonalität selbst innerhalb eines Satzes kippen (har!).

Synonyme machen es stimmig

Warum ist das hier so? Weil es um das Thema Politik geht. Der Ton des Beitrages muss dazu passen, also ernst sein. Nicht gesetzt, nicht spröde, aber ernst. Und das fehlt hier: Wenn ich im Zusammenhang mit dem Einreiseverbot von kippen spreche, ist der Ausdruck unangemessen. Kippen ist zu locker, zu lässig, zu leger, ungefähr so wie kassieren es auch gewesen wäre.

Was könnte man stattdessen sagen? Mir fallen in kurzer Folge diese Synonyme ein:

stoppen, verhindern, zurücknehmen, zurückziehen, rückgängig machen

Werfen wir einen Blick in den Duden: Er bietet noch das etwas längere zum Scheitern bringen. Wenn man den Platz hat, warum nicht. Online wäre das im Lauftext in jedem Fall eine Option.

Verschärfte Unstimmigkeit

gesetz-kippen-tagesschau

Wenn billigen auf kippen trifft, wird es explosiv.

Noch stärker kommt die Unstimmigkeit in meinem zweiten Beispiel heraus, das von der Webseite der Tagesschau stammt (Keine Sorge, Frau Daubner hat auch schon in der Fernsehfassung vorgelesen, dass Gesetze gekippt werden sollen).

Israel billigt umstrittenes Siedlergesetz

heißt es in der Überschrift.

Am Ende des Teasers steht dann:

Israels höchstes Gericht könnte das Gesetz noch kippen.

Billigen, das Verb in der Schlagzeile, ist ein formelles Verb, das der typischen Gesetzessprache und dem Juristendeutsch entstammt. Wenn ich ein Verb auf diesem gehobenen Sprachniveau verwende, entsteht mit dem informellen kippen ein scharfer Gegensatz, der auf Anhieb unstimmig wirkt. Hier hätte der Texter auf jeden Fall eine angemessene Alternative verwenden müssen. Welche – siehe oben.

Zur Ursache kann ich nur die üblichen Vermutungen anstellen, die mir aus der beruflichen Praxis geläufig sind: Zeitnot, Nachlässigkeit, Neigung zum schematischen Denken (hier: in Wendungen). Wenn man sich dessen bewusst ist, ist schon was gewonnen. In diesem Sinne: Danke für’s Lesen bis hierher. Jetzt fehlt nur der zweite Schritt: Das Gelernte anzuwenden.

Sie haben Lust auf und Zeit für eine weitere Einheit? Stilistisch ebenso lausig, aber populär, ist die Verwendung des Verbs daherkommen.